Letzte Woche fand der vom Bundesamt für Kultur organisierte, konstruktive Runde Tisch ISOS statt. Die teilnehmenden Vertreterinnen und Vertreter der Bundesstellen, der Kantone, Städte und Gemeinden sowie der Organisationen, die sich mit Baukultur beschäftigen, haben die Einzigartigkeit und Wichtigkeit des Ortsbildschutzes bekräftigt.
Der Schweizer Heimatschutz hat sich der Kritik, das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) sei ein Instrument der Verhinderung, nicht verschlossen. Wir sehen in Einzelfällen Korrekturbedarf, zumal die Direktanwendung des ISOS in bestimmten Fällen schwer nachvollziehbar ist. Generell ist die Direktanwendung jedoch nicht deplatziert. Ohne die ISOS-Direktanwendung wären in vielen Fällen sehr wichtige und wunderschöne Orts- und Landschaftsbilder für immer verloren gegangen.
Für die Lösung von Anwendungsproblemen liefert der Runde Tisch geeignete Vorschläge. Das Bundesamt für Kultur soll in Kürze die Ergebnisse veröffentlichen. Dem Schweizer Heimatschutz ist wichtig, dass das ISOS dadurch in der Praxis an Effizienz gewinnt.
Ebenso wichtig ist uns, dass eine Regelung aller Anpassungen durch eine Verordnungsrevision möglich ist. Eine Gesetzesrevision kommt nicht infrage. Wir würden viel Zeit verlieren und vor allem neue Probleme schaffen. Mit einer Gesetzesänderung lassen sich keine Anwendungsprobleme lösen.
Der Schweizer Heimatschutz engagiert sich seit seiner Gründung 1905 dafür, dass den einmaligen Ortsbildern in ihrer Gesamtheit Sorge getragen wird.
Dafür ist das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) ein einzigartiges Instrument. Es dient den Behörden des Bau- und Planungswesens bei frühzeitiger Berücksichtigung zur Erkennung und Sicherung baukultureller Werte.
Die sogenannte «Direktanwendung» kommt dann zum Einsatz, wenn eine Planung oder ein Bauprojekt im ISOS-Gebiet liegt und die Erfüllung einer Bundesaufgabe gleichzeitig betroffen ist.
Martin Killias Präsident Schweizer Heimatschutz
T 079 621 36 56
David Vuillaume, Geschäftsführer Schweizer Heimatschutz
T 044 254 57 00, david.vuillaume(at)heimatschutz.ch
Die Rolle des Bundes ist für das ISOS von entscheidender Bedeutung
Medienmitteilung vom 10. Juni 2025