Schulthess Gartenpreis 2020 für die Fluss- und Seeufer in Zürich

Der Schweizer Heimatschutz zeichnet Stadt und Kanton Zürich für die gemeinsame Pflege und Weiterentwicklung der Fluss- und Seeufer in der Stadt Zürich aus. Die vorbildliche Zusammenarbeit schafft Freiräume mit hoher Qualität für Mensch und Natur.

Die Ufer des Zürichsees, der Limmat und der Sihl sind beliebte Naherholungsgebiete der Bevölkerung: Sie laden zum Schwimmen, zum Picknicken, zum Spazieren oder zum Sporttreiben. Die Ufer bieten aber auch Pflanzen und Tieren wichtigen Lebensraum und fördern so die Biodiversität. Schutzmassnahmen gegen Hochwasser dienen schliesslich dafür, dass die manchmal wilden Gewässer das Gebaute nicht bedrohen.

In der grössten Stadt der Schweiz ist früh die Erkenntnis gereift, dass Projekte dann erfolgreich sind, wenn sie unterschiedliche Ansprüche, Interessen und Bedürfnisse nicht gegeneinander ausspielen, sondern innovativ miteinander verknüpfen.

Mit ihren Projekten haben sich Stadt und Kanton nicht nur um die Postkartenansicht des Ufers entlang des Zürcher Seebeckens gekümmert. Sie haben ebenso die Ufer der Sihl und der Limmat sukzessive mit einer Vielzahl von Projekten für Mensch und Natur aufgewertet. Dass sich heute auf dem Zürcher Stadtgebiet nicht nur Menschen in Badekleidern oder im Jogginganzug wohlfühlen, sondern ebenso der Eisvogel oder der Biber, steht sinnbildlich für den Erfolg des gemeinschaftlichen Miteinanders von Stadt und Kanton Zürich.  

Weitere Auskünfte und Fragen

Schweizer Heimatschutz: Patrick Schoeck
T 079 758 50 60  
Stadt Zürich: Ingo Golz, Stv. Direktor Grün Stadt Zürich
T 044 412 26 82
Kanton Zürich: Matthias Oplatka, Amt für Abfall, Wasser,
Energie und Luft, T 043 259 32 11 

Begleitpublikation zum Schulthess Gartenpreis 2020

Die informative und reich bebilderte Publikation zum diesjährigen Schulthess Gartenpreis kann für CHF 10.– (für Mitglieder des Heimatschutzes CHF 5.–) bestellt werden.

Über den Schulthess Gartenpreis

Der Schweizer Heimatschutz verleiht seit 1998 den Schulthess Gartenpreis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Gartenkultur. Ausgezeichnet werden können die Erhaltung und Pflege historisch wertvoller Gärten und Parkanlagen sowie die Realisierung von besonders qualitätsvollen zeitgenössischen Grünanlagen. Die Preissumme beträgt CHF 25’000.–. Grosszügiger Stifter ist das Ehepaar Dr. Georg und Marianne von Schulthess-Schweizer aus Rheinfelden.  

Kommission

Über den jeweiligen Preisträger entscheidet die Konferenz der Präsidentinnen und Präsidenten des Schweizer Heimatschutzes auf Antrag des Vorstands. Die Kommission Schulthess Gartenpreis empfiehlt den jeweiligen Preisträger zuhanden des Vorstands.

Mitglieder der Kommission Schulthess Gartenpreis

Claudia Moll, Dr.sc. ETH, Landschaftsarchitektin, Zürich (Präsidentin)
Sophie Agata Ambroise, architecte-paysagiste, Lugano
Isabel Schmid, Architektin, Bern
Marco Rampini, architecte, Genève
Christoph Schärer, Leiter Stadtgrün Bern, Bern
Maurus Schifferli, Landschaftsarchitekt, Trub BE
Martin von Schulthess, Agraringenieur ETH, Bern

Kriterien

Mit dem Schulthess Gartenpreis des Schweizer Heimatschutzes werden herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Gartenkultur gewürdigt. Kandidaten für die Auszeichnung müssen folgende Kriterien erfüllen:

Kriterien für den Schulthess Gartenpreis

Ausgezeichnet werden herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Gartenkultur, insbesondere:

1. Erhaltung und Pflege historisch wertvoller Gärten und Parkanlagen
2. Realisierung besonders qualitätsvoller, zeitgenössischer Grünanlagen

Gewürdigt werden gestalterische und botanische Gesichtspunkte. Im Zentrum der Auszeichnung soll nicht in erster Linie die Anlage selber, sondern die Anstrengung zu deren Erkennung, Erhaltung oder Realisierung stehen.

Der Preis möchte nicht nur vergangene Leistungen belohnen, sondern auch zukunftsgerichtete Wirkung erzeugen. Mögliche Preisträger sind Gemeinden, Institutionen oder auch Privatpersonen. Gewürdigt wird eine in der Schweiz situierte oder die Schweiz betreffende Leistung. 

Übersicht

Der Schweizer Heimatschutz vergibt den Schulthess Gartenpreis seit 1998. Eine Übersicht der bisherigen Preisträger von der Stiftung «Archiv für die Schweizer Gartenarchitektur und Landschaftsplanung» in Rapperswil» (1998) bis zum Jardin botanique alpin in Meyrin (2019).

Die bisherigen Schulthess Gartenpreise

2019: Jardin botanique alpin in Meyrin

Der Schweizer Heimatschutz zeichnet den Jardin botanique alpin in Meyrin (GE) mit dem Schulthess Gartenpreis 2019 aus. Den Preis nimmt die Gemeinde Meyrin als Eigentümerin entgegen, die den Garten seit 2015 mit sorgfältigen Interventionen zum lebendigen Treffpunkt und Ruhepol mitten in der Genfer Agglomeration gemacht hat.

2018: Gärten auf dem Ballenberg

Das Freilichtmuseum Ballenberg engagiert sich seit seiner Gründung für die sorgfältige Pflege und die aktive Vermittlung der traditionellen Garten- und Landschaftskultur. Der Schweizer Heimatschutz würdigt das langjährige Engagement für dieses bedeutende Schweizer Kulturerbe im Kulturerbejahr 2018 mit dem Schulthess Gartenpreis.

2017: Murg-Auen-Park in Frauenfeld

Der Murg-Auen-Park verwandelte ein Reststück alter Flusslandschaft vom Militärgebiet in einen städtischen Freiraum, der Mensch und Natur gleichermassen offensteht. Der Schweizer Heimatschutz würdigt das feinsinnige Projekt und das dahinterstehende langjährige Engagement vor Ort mit dem Schulthess Gartenpreis 2017.

2016: Ballypark und die Solothurner Gemeinden Schönenwerd, Gretzenbach und Niedergösgen

Der Ballypark in Schönenwerd ist ein Industrie- und Gartendenkmal sowie ein wertvoller Freiraum mitten im Mittelland – direkt an der Bahnstrecke von Aarau nach Olten. Der Schweizer Heimatschutz würdigt mit dem Schulthess Gartenpreis 2016 das grosse Engagement der drei Gemeinden im Solothurner Niederamt für den Erhalt der einzigartigen Parkanlage.

2015: Gemeinsam genutzte Pflanzgärten der Stadt Lausanne

In den Städten hält der Wunsch nach selbst gezogenem Gemüse und gärtnerischen Experimenten an. Wie «Urban Gardening» funktioniert und einen gesellschaftlichen Mehrwert schafft, zeigt die Stadt Lausanne seit 1996 vorbildlich. Der Schweizer Heimatschutz würdigt mit dem Schulthess Gartenpreis 2015 das langfristige Engagement für die «Plantages», das die Teilhabe an Gärten und die Verantwortung für das Grün fördert.

2014: Stadt Uster

Die Stadt Uster zeigt vorbildlich, wie eine langfristige Planung und Umsetzung von Grünräumen eine neue städtebauliche Dichte erzeugt. Herzstück dieser Entwicklung ist der Aabach, der sich schrittweise vom Industriekanal in eine Parklandschaft verwandelte. Der Schweizer Heimatschutz würdigt das Engagement der Stadt Uster mit dem Schulthess Gartenpreis 2014, der erstmals an eine Gemeinde geht.

2013: Erlenmattpark in Basel

Der Kanton Basel-Stadt nutzt seit mehreren Jahren das Instrument der Abgabe auf Planungsgewinnen. Der Erlenmattpark, ein Projekt von Raymond Vogel Landschaften AG, zeigt, wie diese neuen finanziellen Möglichkeiten zu einer gemeinschaftlichen und qualitätsvollen Entwicklung von Freiräumen beitragen.

2012: Groupement Superpositions: Revitalisierung der Aire-Flusslandschaft

Die Anforderungen bei der Umgestaltung von Flussläufen sind enorm und verlangen nach einer intensiven Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Ansprüchen von Nutzenden und Anrainern. Das Groupement Superpositions hat mit ihrem interdisziplinären Ansatz bei der Revitalisierung der Aire im Kanton Genf neue Massstäbe gesetzt. Der Schweizer Heimatschutz würdigt dieses vorbildliche Projekt mit dem Schulthess Gartenpreis 2012.

2011: Rotzler Krebs Landschaftsarchitekten

Mit der Neugestaltung des Brühlgutparks in Winterthur hat das stark belastete Quartier Tössfeld eine grüne Oase erhalten. Die präzise Arbeit des Winterthurer Büros Rotzler Krebs Landschaftsarchitekten verbindet auf subtile Weise unterschiedliche Nutzungen und verknüpft gekonnt den vorhandenen Bestand mit neu eingefügten Elementen zu einem wegweisenden Grünraum in einem städtischen Gebiet, das starken Transformationsprozessen unterworfen ist. Der Schweizer Heimatschutz zeichnet dieses gelungene Stück Landschaftsarchitektur mit dem Schulthess Gartenpreis 2011 aus.

2010: Büro Vogt Landschaftsarchitekten

Mit dem Schulthess-Gartenpreis 2010 setzt der Schweizer Heimatschutz einen Schwerpunkt in der zeitgenössischen Landschaftsarchitektur. Ausgezeichnet werden das Büro Vogt Landschaftsarchitekten und zwei seiner Arbeiten, die sogenannten «Blumenberge» in St. Gallen und ein kleiner Platz in Zürich. Die beiden Anlagen stehen exemplarisch für das vielfältige Schaffen des Zürcher Büros. Sie zeigen die Bandbreite heutiger Landschaftsarchitektur, von der Gartengestaltung bis zur Pflege des städtischen Raums.

2009: Salis-Gärten im Bergell

Der Garten der Casa Battista in Soglio stammt aus den Jahren 1630/1701. Die Anlage wird geprägt durch kunstvoll geschnittene Buchshecken, welche dem Garten eine klare Ordnung verleihen. Die Anlage in Bondo ist etwas jünger (1766/1776) und gekennzeichnet durch die untrennbare Einheit zwischen Palazzo und Garten. Beide Gärten sind historisch wertvolle Anlagen und wurden in den letzten Jahren dank dem Engagement der Besitzer sorgfältig gepflegt. Gartendenkmalpfle­gerische Erhaltungsmassnahmen und sanfte gärtnerische Erneuerungen ergänzen sich in idealer Weise und schaffen eine neue Harmonie. Mit der Auszeichnung macht der Schweizer Heimatschutz auch auf das reiche gartenkulturelle Erbe im Bergell aufmerksam.

2008: Wädenswil

Der zehnte Schulthess-Gartenpreis des Schweizer Heimatschutzes würdigt eine besondere Leistung auf dem Gebiet der angewandten Forschung. Ausgezeichnet wird das Zentrum Urbaner Gartenbau der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Wädenswil (ZHAW). Das Zentrum analysiert die Wechselwirkungen zwischen Mensch, Pflanze und Umwelt und entwickelt Methoden, um den Grünräumen im städtischen Umfeld wieder mehr gärtnerische Qualität zu verleihen. Mit der Forschung zwischen Ökologie, Ökonomie und Ästhetik leistet das Zentrum Pionierarbeit in einem Gebiet, das noch viel zu wenig beachtet wird.

2007: Champex

Im Jahr 2007 wurde der Alpengarten Flore Alpe in Champex (VS) mit dem Schulthess-Gartenpreis ausgezeichnet. Seit 82 Jahren wird diese schöne Anlage mit grosser Konstanz gepflegt. 1925 als privater Garten angelegt, hat sich Flore-Alpe im Laufe der Zeit zu einem botanischen Kunstwerk entwickelt. Diese Verbindung von Gestaltung und Wissenschaft schafft eine ganz besondere Atmosphäre.

2006: Ermitage Arlesheim

Mit dem Schulthess-Gartenpreis 2007 wurde die Stiftung Ermitage Arlesheim und Schloss Birseck ausgezeichnet. Mit ihrem Engagement und der bisher geleisteten Arbeit hat sie wesentliche Schritte zum Erhalt der Ermitage, des bedeutendsten englischen Landschaftsgartens der Schweiz, unternommen.

2004: Fred Eicher

Der Schweizer Heimatschutz ehrt mit dem Schulthess-Gartenpreis 2004 eine wichtige Persönlichkeit im Bereich der zeitgenössischen Landschaftsarchitektur. Ausgezeichnet wird Fred Eicher aus Zürich für sein Lebenswerk. Mit seiner Arbeit hat er die schweizerische Garten- und Landschaftsgestaltung über Jahrzehnte wesentlich geprägt.

2003: Rosengärten

Der Schweizer Heimatschutz vergibt den Schulthess-Gartenpreis2003 unter dem Motto «Rosengärten». Ausgezeichnet werden die Rosenfreunde Winterthur und Umgebung mit Elisabeth Oberle für ihren Rosengarten in der Kartause Ittingen (TG) und ihren engagierten und unermüdlichen Einsatz. Zudem wird Richard Huber aus Dottikon (AG) als wichtige Persönlichkeit in Sachen Rosen in der Schweiz gewürdigt, insbesondere für sein ausserordentliches Engagement bezüglich Neuzüchtungen.

2002: Historische Gartenanlagen

Der Schulthess Gartenpreis 2002 zeichnet unter dem Motto «Historische Gartenanlagen» zwei hochwertige Kulturdenkmäler aus, die durch die hervorragende Verbindung von Architektur und gestalteter Umgebung und mit ihrer reichhaltigen Originalsubstanz beeindrucken. Der Preis, der zudem das ausserordentliche Engagement der Besitzerfamilien würdigt, geht an das Ehepaar Martine und Sigmund von Wattenwyl, die Besitzer des Schlosses Oberdiessbach (BE), und an Frau Verena Baerlocher, die Eigentümerin des Löwenhofes Rheineck (SG).

2001: Pflanzensammlungen

Der Schweizer Heimatschutz verlieh den Schulthess-Gartenpreis 2001 an eine Gruppe von ausserordentlichen privaten Pflanzensammlern. An erster Stelle stand die Sammlung von Sir Peter Smithers in Vico Morcote (TI). Weiter werden die Sammlungen von Hansuli Friedrich in Stammheim, Otto Eisenhut in San Nazzaro, Hans R. Horn in Merligen, Heinrich Oberli in Wattwil und Jakob Eschmann sen. in Emmen, ausgezeichnet. Unter dem Motto «Pflanzensammlungen» wurden zahlreiche private oder öffentliche Sammlungen lebender Pflanzen aufgespürt, die teilweise unbeachtet von der Öffentlichkeit ein Kulturgut ersten Ranges darstellen.

2000: Association Jardin urbain

Der Schulthess-Gartenpreis 2000 wurde unter dem Thema «grüne Stadtinseln» der Association Jardin urbain verliehen, welche sich über mehrere Jahre für die Förderung der städtischen Gartenkultur eingesetzt hat. Die AJU hat im Auftrag der Stadt Lausanne den Grossanlass Lausanne Jardins 2000 realisiert. Mit der kreativen Gesamtidee von Lausanne Jardins 2000 wird der Umgang mit Garten- und Grünanlagen zu einem überall präsenten Thema in der Stadt. Öffentliches Grün gewinnt an Beachtung und wird zum Erlebnis. Der Schweizer Heimatschutz will mit der Preisvergabe andere Städte animieren, über ihre grünen Inseln nachzudenken und ähnlich innovative Entwürfe zu präsentieren.

1999: Gartenliebe

Mit der Preisverleihung 1999 sollte für die Gartenkultur ganz allgemein motiviert werden. Die Preisträger sind deshalb nicht mit den Eigentümern der fünf «schönsten» Laiengärten gleichzusetzen; sie sollen vielmehr die vielen Gleichgesinnten vertreten. Ihre Gärten sind über Jahre oder gar Jahrzehnte mit viel Liebe gestaltet worden und sind somit ein Spiegel ihrer Besitzer. Der Preis soll ermuntern, die Arbeit im Garten nicht als lästige Unterhaltsarbeit, sondern als kreatives Gestalten zu erleben. Engagement und eine persönliche Note stehen im Mittelpunkt.
Die Preisträger waren: Hans Rudolf und Verena Tobler, Zürich, Claus und Barbara Scalabrin, Alten, Arthur und Gertrud Bölsterli, Windisch, Jean-Jacques und Dora Voirol, Dornach, Hanspeter und Alice Sager, Brittnau.

1998: Stiftung «Archiv für die Schweizer Gartenarchitektur und Landschaftsplanung», Rapperswil»

Die Stiftung bezweckt den Aufbau und Betrieb eines Archives, das insbesondere Pläne und Schriften aus der schweizerischen Gartenarchitektur und Landschaftsplanung für Lehre, Praxis und Forschung sowie für die Erhaltung des natioanlen Kulturgutes bereit hält. Die Stiftung wurde 1982 gegründet. Das Ziel ist, sowohl die Konservierung der Objekte wie auch die Verfügbarkeit der Information zu verbessern.