Der Bundesrat schlägt im Budgetentwurf für 2027 und im Finanzplan 2028–2030 massive Kürzungen im Bereich Baukultur vor. Mit diesen Sparmassnahmen zieht sich der Bund schrittweise aus seiner Verantwortung für das nationale Kulturerbe zurück. Die Folgen werden direkt spürbar sein.
Der Schweizer Heimatschutz anerkennt die Notwendigkeit von Einsparungen zur Stabilisierung der Bundesfinanzen. Dennoch lehnt er die vorgeschlagenen Sparmassnahmen ab, die den Förderbereich Baukultur und damit die Denkmalpflege und Archäologie empfindlich treffen. Die vorgeschlagenen Kürzungen sind überproportional hoch und gefährden den Schutz und die Pflege des Baukulturerbes. Während sich die Schweiz international als Vorreiterin einer hohen Baukultur präsentiert, setzt der Bundesrat im Inland den Rotstift genau dort an, wo diese Baukultur konkret umgesetzt und gepflegt wird. Dieser Widerspruch untergräbt die Glaubwürdigkeit der Schweizer Baukulturpolitik.
Besonders stossend ist: Während in anderen Kulturbereichen des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) Einsparungen im niedrigen 6-stelligen Bereich vorgesehen sind, soll der bereits in den letzten Jahren von einschneidenden Sparmassnahmen betroffene Bereich Baukultur bis 2030 um rund 1,8 Millionen Franken pro Jahr gekürzt werden. Seit dem 1. Januar 2025 stehen dadurch jährlich 3 Mio. Franken weniger für die Baukultur zur Verfügung. Über die Förderperiode 2025–2028 entspricht dies einem Mittelverlust von insgesamt 12 Mio. Franken. Und nun droht bereits die nächste Sparrunde.
Die Pflege von Baudenkmälern und archäologischen Stätten ist eine Verbundaufgabe zwischen Bund und Kantonen. Die vorgesehenen Einsparungen verschieben die finanzielle Verantwortung zunehmend auf Kantone, Gemeinden und Eigentümerschaften. Da eine Kompensation der ausfallenden Bundesmittel vielerorts kaum möglich sein wird, drohen spürbare Einbussen bei der Pflege und dem Erhalt des baukulturellen Erbes.
Der Schweizer Heimatschutz appelliert an die Parlamentarierinnen und Parlamentarier, diese überproportionalen Kürzungen zu korrigieren.