1975 rief das Europäische Denkmalschutzjahr dazu auf, unser baukulturelles Erbe zu erkennen und zu schützen. Fünfzig Jahre später stellen sich neue, grundlegende Fragen: Was gilt als Baudenkmal? Wer entscheidet darüber? Und für wen bewahren wir überhaupt? Es zeigt sich: Die Antworten auf diese Fragen sind vielfältig. Nicht überall, wo bauliche Zeugen erhalten werden, fühlen sich alle mitgemeint. Und manches Denkmal schmerzt – gerade weil es zu unserer Geschichte gehört. Heute gilt es, den Impuls des Europäischen Denkmalschutzjahres 1975 weiterzutragen: mit neuen Stimmen, neuen Perspektiven und einer Erinnerungskultur, die auch Raum für das bislang Unerzählte lässt.
Die soeben erschienene Ausgabe 3/2025 der Zeitschrift Heimatschutz/Patrimoine führt zum Bührer-Areal in Biel, ein Ort, der selbst vielen Einheimischen lange verborgen blieb, weil die Geschichte und Lebensrealität der dort einst lebenden Saisonniers gezielt ausgelöscht wurden. In St. Gallen machen bislang übersehene Erinnerungsorte sichtbar, wie vielschichtig unser kollektives Gedächtnis ist. Und auf einer Schweizerkarte versammeln sich Objekte, die unseren Leserinnen und Lesern besonders am Herz liegen – klassische Baudenkmäler ebenso wie überraschende Entdeckungen.
Mehr zum Forschungs- und Vermittlungsprojekt der ICOMOS-Suisse-Arbeitsgruppe Denkmalschutzjahr 2025: «A Future for whose Past?»
Peter Egli, Redaktor Heimatschutz/Patrimoine,
T 044 254 57 06, peter.egli(at)heimatschutz.ch