«Die Ablehnung der Motion Baukultur ist nicht nachvollziehbar. Die Förderung einer qualitätsvollen Baukultur ist ein wichtiger Teil der Initiative, weil kulturelles und natürliches Erbe wie Biodiversität, Baukultur und Landschaft zusammenhängen. So sehen es auch der Bundesrat, der die Baukultur in den indirekten Gegenvorschlag zur Biodiversitätsinitiative integriert hatte, sowie der Nationalrat, der eine gesetzliche Verankerung mit der Motion Baukultur erreichen wollte.»
Stefan Kunz, Geschäftsführer Schweizer Heimatschutz
«Wie wir mit unserer Umwelt in Zukunft umgehen, betrifft direkt und wesentlich die Frage, wie wir in Zukunft bauen. Die Landschaft ist Trägerin der Artenvielfalt und des kulturellen Erbes. Die Verankerung einer hohen Baukultur im NHG ist nichts als die konsequente Umsetzung der Baukulturpolitik, die der Bundesrat mit seiner Strategie Baukultur verabschiedet hat. Der Ständerat hat mit der Ablehnung der Motion Baukultur eine grosse Chance vertan.»
Franziska Grossenbacher, Stv. Geschäftsleiterin Stiftung Landschaftsschutz Schweiz
Die Biodiversitätsinitiative verlangt Verbesserungen in den Bereichen Biodiversität, Landschaft und Baukultur. Der Bundesrat setzte der Volksinitiative 2021 einen indirekten Gegenvorschlag in Form einer Revision des Natur- und Heimatschutzgesetzes (NHG) entgegen und nahm diese Themen dabei auf. Ein Jahr später hat der Nationalrat die Förderung einer hohen Baukultur aus der NHG-Revision gestrichen, jedoch gleichzeitig mit der Kommissionsmotion den Auftrag erteilt, das Anliegen in der nächsten Kulturbotschaft aufzugreifen. Auch wenn der Ständerat der gesetzlichen Verankerung heute keine Zustimmung erteilt hat, so hat er den Bundesrat dennoch klar aufgefordert, die Strategie Baukultur umzusetzen und weiterzuentwickeln.
Medienmitteilung vom 15. März 2023 auf der Website der Biodiversitätsinitiative
Vertane Chance für die Schweizer Baukultur