Im vergangenen Jahr hat die ICOMOS-Arbeitsgruppe «Historische Hotels und Restaurants» eine umfassende Standortbestimmung vorgenommen. Dazu äussert sich das Co-Präsidium der Arbeitsgruppe wie folgt: «Die Auszeichnung ist in Fachkreisen seit Langem etabliert und anerkannt, nun bietet sich die Chance, ihre Wirkung auch über diese Kreise hinaus weiter zu entfalten.» Neben der traditionell hohen Bedeutung der baulichen Qualität rücken zunehmend auch Aspekte wie authentisches, qualitativ hochstehendes und nachhaltiges Gästeerlebnis, Service, regionale Vernetzung und Innovationskraft in den Fokus.
Der geplanten Neuausrichtung und dem neuen Namen «Baukultur & Gastfreundschaft» liegt eine Konzeption zu Grunde, welche in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften erarbeitet wurde. Dazu lässt sich Prof. Stefan Forster, welcher die Analyse- und Konzeptionsarbeiten eng begleitet hat, wie folgt zitieren: «Mit dem neuen Namen ‹Baukultur & Gastfreundschaft› machen wir gelebte Baukultur in Hotels und Restaurants sichtbarer: gelebte Baukultur, die historische Authentizität und Gastfreundschaft und somit Vergangenheit und Gegenwart verbindet. Die Neuausrichtung eröffnet neue Perspektiven und macht die ICOMOS-Auszeichnung noch relevanter für die Zukunft.»
Künftig will die Jury Betriebe selbst nominieren und so die Qualität und Vielfalt der Auswahl erhöhen. Zudem ist vorgesehen, thematische Schwerpunkte zu setzen, die aktuelle Fragestellungen an der Schnittstelle von Denkmalpflege, Tourismus und Gastronomie/Hotellerie aufgreifen. Geplant ist, dass neu im Zweijahresrhythmus Hotels und/oder Restaurants ausgezeichnet werden, um Ressourcen zu bündeln und eine stärkere öffentliche Wirkung zu erzielen. Zudem sieht das Konzept vor, dass jedes gewählte Schwerpunktthema durch ein Begleitprogramme mit Veranstaltungen, Publikationen und einem einfachen Monitoringsystem vertieft wird, welches die Wirkung und Entwicklung dokumentiert.
Das Ziel dieser Neuausrichtung ist gemäss der Präsidentin von ICOMOS Suisse Sabine Nemec-Piguet klar: «‹Baukultur & Gastfreundschaft› soll sich weiterhin als führende Auszeichnung in den Sektoren Denkmalpflege, Gastronomie und Hotellerie der Schweiz etablieren. Auch in Zukunft sollen Betriebe für ihren sorgfältigen und nachhaltigen Umgang mit ihrem historischen Erbe gewürdigt werden.»
Zusätzlich würden Aktivitäten honoriert, die die Sichtbarkeit verstärken, die Gäste für Authentizität und regionale Identität sensibilisieren und die Zusammenarbeit von Denkmalpflege, Tourismusorganisationen und Wirtschaft stärken und Brücken zwischen den verschiedenen Sektoren schlagen.
Der nächste Schritt im Prozess der Neuausrichtung ist die Einreichung eines Innotour-Projektes beim SECO (Innovation im Tourismus), die von ICOMOS Suisse und seinen Partner GastroSuisse, HotellerieSuisse, Schweizer Heimatschutz und Schweiz Tourismus zeitgleich mit dieser Mitteilung angegangen wurde.
Seit 1996 wurde die Auszeichnung jährlich vergeben. Sie zeichnet historische Hotels und Restaurants in der Schweiz aus, die Gebäude und Betrieb nach denkmalpflegerischen Grundsätzen erhalten, pflegen und sinnvoll weiterentwickeln. Weiter wurden auch Spezialpreise (z.B. für Details, spezifische Räume oder Innenausstattung, etc.) vergeben.
Auf der Website von ICOMOS finden Sie weitere Informationen und alle Preisträgerinnen und Preisträger der letzten Jahre.
René Koelliker, Co-Jurypräsident, +41 79 854 82 77, Anfragen auf Französisch telefonisch erreichbar am Dienstag, 10. Februar 2026 10.00-11.00 Uhr oder Mail an jury(at)icomos.ch
Kerstin Camenisch, Co-Jurypräsidentin, +41 78 614 20 55, Anfragen auf Deutsch und Italienisch telefonisch erreichbar am Dienstag, 10. Februar 2026 14.00-15.00 Uhr oder Mail an jury(at)icomos.ch
Neuausrichtung: ICOMOS-Auszeichnung stärkt die Verbindung von Baukultur und Gastfreundschaft
Medienmitteilung vom 10. Februar 2026