Drucken

Details

Mittwoch, 27. Februar 2008

Schulthess-Gartenpreis 2008 für das Zentrum Urbaner Gartenbau in Wädenswil
„Silbersommer“ statt Einheitsgrün

Staudenmischpflanzung in Albsrieden, Zürich
Zentrum Urbaner Gartenbau, ZHAW Wädenswil

Dachfläche mit naturnaher Bepflanzung
Zentrum Urbaner Gartenbau, ZHAW Wädenswil

Der zehnte Schulthess-Gartenpreis des Schweizer Heimatschutzes würdigt eine besondere Leistung auf dem Gebiet der angewandten Forschung. Ausgezeichnet wird das Zentrum Urbaner Gartenbau der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Wädenswil (ZHAW). Das Zentrum entwickelt Methoden, um den Grünräumen im städtischen Umfeld wieder mehr gärtnerische Qualität zu verleihen, zum Beispiel mittels speziell entwickelten Staudenmischungen. Die Preisverleihung findet am 23. Mai 2008 in Wädenswil statt.

Mit dem zehnten Schulthess-Gartenpreis zeichnet der Schweizer Heimatschutz das Zentrum Urbaner Gartenbau der ZHAW in Wädenswil aus. Er würdigt damit dessen Leistung im Bereich der angewandten Forschung zur Aufwertung von städtischen Grünräumen.

Ökologie, Ökonomie und Ästhetik
Das Zentrum Urbaner Gartenbau der ZHAW analysiert die Wechselwirkungen zwischen Mensch, Pflanze und Umwelt und entwickelt Lösungen zur Förderung der Lebensqualität im städtischen Umfeld. Zum Beispiel können mittels gärtnerisch attraktiven Pflanzkonzepten Grünräume aufgewertet und gleichzeitig der Anlage- und Pflegeaufwand reduziert werden. Mit der Forschung zwischen Ökologie, Ökonomie und Ästhetik leistet das Zentrum Pionierarbeit in einem Gebiet, das noch viel zu wenig beachtet wird. Die Forschungsresultate fliessen in verschiedene anwendungsorientierte Projekte ein, die sich mit unterschiedlichen Facetten des städtischen Grünraums beschäftigen.

Abwechslungsreiche Stauden statt langweiliges Einheitsgrün
Sei es in Aussenräumen von Wohnsiedlungen oder beim so genannten „Verkehrsbegleitgrün“, Rasenflächen, Thujahecken und Cotoneasterböschungen dominieren das Bild. Kostenfaktoren und Pflegeleichtigkeit gelten als Begründungen für das eintönige Grün. In Wädenswil wurden für diese Flächen Staudenmischungen entwickelt, welche ökologischen, ökonomischen und ästhetischen Ansprüchen gerecht werden. Die Mischungen bestehen aus Stauden-, Gräser- und Zwiebelpflanzen und bieten dank wechselnden Blütenphasen und
Farben das ganz Jahr über ein erfreuliches Bild. Einmal ausgebracht, entwickeln sie sich über Jahre hinweg selbständig und verursachen keinen höheren Pflegeaufwand als eine Rasenfläche. Unter den Namen „Silbersommer“ und „Sommernachtstraum“ werden die Mischungen auch über den Fachhandel vertrieben und finden zunehmend Verbreitung.

Naturschutz auf dem Dach und Wohlbefinden dank Grünräumen
Dachflächen bieten eine Chance, mitten im städtischen Umfeld naturnahe Flächen bereitzustellen, welche einer vielfältigen Flora und Fauna einen Lebensraum bieten. Das Zentrum Urbaner Gartenbau entwickelt dazu Konzepte und Methoden. So geht es bei einem aktuellen Forschungsprojekt um die Frage, wie die Vegetation von Dachflächen ausgestaltet werden kann, damit sie bodenbrütenden Vögeln wie dem Kiebitz eine Nahrungsgrundlage bietet.
Weitere Arbeitsfelder des Zentrums Urbaner Gartenbau liegen an den Schnittstellen von Grün und Gesundheit. So werden im Rahmen eines europäischen Forschungsprogramms die gesundheitsfördernden Qualitäten von Grünräumen im urbanen Umfeld untersucht. In weiteren nationalen Projekten werden zusammen mit Fachleuten der Freiraumplanung und der sozialen Arbeit therapeutische Gärten für Altersheime und Rehabilitationskliniken entwickelt.

Zehn Jahre Schulthess Gartenpreis
Grosszügiger Stifter des Schulthess-Gartenpreises ist das Ehepaar Dr. Georg und Marianne von Schulthess-Schweizer aus Rheinfelden. Mögliche Preisträger sind Gemeinden, Institutionen oder auch Privatpersonen, die eine herausragende Leistung auf dem Gebiet der Gartenkultur nachweisen können. Der erste Preis im Jahr 1998 ging an das Archiv für die Schweizer Gartenarchitektur und Landschaftsplanung in Rapperswil. Seither konnten die unterschiedlichsten Preisträger ausgezeichnet und auf besondere Themen im Bereich der Gartenkultur hingewiesen werden, z. B. auf Fragen der Erhaltung historischer Gärten, auf bedeutende zeitgenössische Schweizer Landschaftsarchitektur oder auf die Besonderheiten von Pflanzensammlungen.

Rückfragen: Schweizer Heimatschutz, Monika Suter 044 254 57 00
Zentrum Urbaner Gartenbau, ZHAW Wädenswil, Prof. Jean-Bernard Bächtiger 058 934 59 02

Download

Medienmitteilungen erhalten

Sie sind Journalist/-in oder Redaktor/-in und möchten regelmässig unsere Medienmitteilungen erhalten.

 

> Mehr dazu