Drucken

Details

Dienstag, 9. Juni 2009

Sessellift Weissenstein – vorzeitigen Abbruch eines Kulturguts verhindern

Richtplanentscheid "Weissenstein" der Solothurner Regierung und Aktionärsversammlung der Seilbahn Weissenstein AG – der vorzeitige Abbruch eines Kulturguts muss verhindert werden (Bild SHS)

Richtplanentscheid "Weissenstein" der Solothurner Regierung und Aktionärsversammlung der Seilbahn Weissenstein AG – der vorzeitige Abbruch eines Kulturguts muss verhindert werden (Bild SHS)

Der Schweizer Heimatschutz (SHS) nimmt mit Erstaunen die Genehmigung der Anpassung des Richtplans "Weissenstein" zur Kenntnis. Damit gewichtet der Solothurner Regierungsrat das Kulturgut der historischen und schützenswerten Sesselbahn gering. Er trägt zudem den beabsichtigten massiven Eingriffen in die Landschaft von nationaler Bedeutung (BLN-Gebiet) für eine neue Bahn mit verlegtem Trassee nicht Rechnung. Ebenso kann und darf es nicht sein, dass durch die Seilbahn Weissenstein AG Bestandteile dieses Kulturguts verschleudert werden, bevor geklärt ist, ob der Abbruch und Neubau der Seilbahn bewilligungsfähig ist.


Seit bald vier Jahren setzt sich der SHS für den Erhalt des historischen Sesselliftes auf den Weissenstein ein. Die Anlage ist die letzte ihrer Art im Seilbahnland Schweiz und ein Denkmal von nationaler Bedeutung, vergleichbar mit den Raddampfern auf den Schweizer Seen.

Der SHS bedauert den heutigen Entscheid der Solothurner Regierung zur Richtplananpassung Weissenstein. Damit gewichtet sie das nationale Kulturgut gering und trägt den beabsichtigten massiven Eingriffen in die Landschaft von nationaler Bedeutung nicht Rechnung. Dieser Entscheid geht nun an das Bundesamt für Raumplanung (ARE). Der SHS geht davon aus, dass der regierungsrätliche Entscheid durch das ARE korrigiert werden muss.

Tief befremdet ist der SHS jedoch über die heute anlässlich der ordentlichen Aktionsversammlung verkündeten Absichten von Verantwortlichen des Verwaltungsrats der Seilbahn Weissenstein AG. Diese planen schon den Abbruch der Bahn nach deren Einstellung Anfang November 2009: sie haben den Verkauf der einzelnen Sesseli mit der Errichtung einer Bestellliste bereits eingeleitet.

Droht "einem Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung" "unmittelbare Gefahr" kann nach Artikel 16 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (NHG) das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) ein "solches Objekt durch befristete Massnahmen unter den Schutz des Bundes stellen und die nötigen Sicherungen zu seiner Erhaltung anordnen".

Der SHS ruft das EDI auf, die entsprechenden Massnahmen zur Sicherstellung jetzt einzuleiten und erinnert das Departement an den Grundsatz der "uneingeschränkten Erhaltung" – dazu gehören auch die Sesseli der bestehenden Bahn.

Es kann und darf nicht sein, dass durch die Seilbahn Weissenstein AG Bestandteile dieses Kulturguts verschleudert werden, bevor überhaupt geklärt ist, ob der Abbruch der heutigen Sesselbahn und der anschliessende Neubau einer Seilbahn bewilligungsfähig ist.

Für weitere Auskünfte und Fragen:
Adrian Schmid, Geschäftsleiter Schweizer Heimatschutz, Mobil 076 342 39 51

 

Medienmitteilungen erhalten

Sie sind Journalist/-in oder Redaktor/-in und möchten regelmässig unsere Medienmitteilungen erhalten.

 

> Mehr dazu