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Dienstag, 19. Mai 2009

Neuer Jüdischer Kulturweg Endingen–Lengnau

Nirgendwo in der Schweiz existiert eine derartige Dichte an jüdischer Baukultur wie im aargauischen Surbtal. Am 21. Mai wird der "Jüdische Kulturweg Endingen–Lengnau" eröffnet, der dieses kulturelle Erbe erläutert. Der Friedhof zwischen Lengnau und Endingen von 1750 ist einer der Höhepunkte des Weges. (Foto: Frank Reiser)

Ausgehend von den beiden Synagogen, umfasst der Kulturweg 15 bauliche Zeugen der jüdischen Kultur in Endingen und Lengnau. Dazu gehören auch die beiden ältesten Synagogen im deutschsprachigen Raum (im Bild die Synagoge in Lengnau, 1847).

Am Donnerstag, 21. Mai 2009, 15 Uhr wird im aargauischen Lengnau der "Jüdische Kulturweg Endingen–Lengnau" in Gegenwart von Ruth Dreifuss, ehemalige Bundesrätin, eingeweiht. Der Kulturweg ist ein mit 21 Stelen ausgeschilderter Weg in den beiden benachbarten Dörfern Endingen und Lengnau. Gleichzeitig erscheint ein Faltprospekt unter dem Motto "Baukultur entdecken", herausgegeben vom Aargauer Heimatschutz in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Heimatschutz (SHS).


Viele kennen die für die Schweiz und das angrenzende Deutschland einmalige historische Gegend der beiden aargauischen Dörfer Lengnau und Endingen, die eng mit der Emanzipation der Schweizer Juden im 19. Jahrhundert verbunden ist. Alljährlich besuchen mehrere Tausend Menschen – vor allem Schulklassen, historisch Interessierte, Touristen – die beiden ehemaligen "Judendörfer" auf der Suche nach den noch zahlreich vorhandenen kulturellen Spuren.

Vor zwei Jahren ist auf Initiative der Gemeinde Lengnau die Projektgruppe "Jüdischer Kulturweg Endingen–Lengnau" ins Leben gerufen worden. Ziel ihrer Arbeit war es, einen Kulturweg auszuschildern, der an die einzigartige 250 Jahre dauernde jüdisch-christliche Symbiose, an dieses "Rütli der Schweizer Juden" und damit an die Geschichte der beiden Dörfer erinnert.

Ausgangspunkt des Kulturweges ist entweder das Dorfzentrum Endingen oder Lengnau, wo jeweils eine grössere Tafel mit einem Gesamtplan die Besucher empfängt. Von dort führt der Weg an 21 Stelen vorbei. Die Tafeln geben den Besuchern eine Orientierungshilfe und Einführung zu den geschichtlichen Stätten und Objekten, etwa zu den Synagogen, rituellen Tauchbädern (Mikwe), Schulhäusern, Wohnhäusern mit zweiteiligen Eingängen (Juden/Christen) und zum jüdischen Friedhof, der zwischen beiden Dörfern liegt.

Einen attraktiven Faltprospekt mit ergänzenden Informationen erhalten die Besucher kostenlos. Herausgeber des Faltprospektes "Baukultur entdecken" ist der Aargauer Heimatschutz (AHS) in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Heimatschutz (SHS). Zusätzlich steht auch eine Website zur Verfügung, über die weitere Informationen, aber auch organisierte Führungen durch erfahrene Fachleute angeboten werden (www.juedischerkulturweg.ch).

Kulturweg, Flyer, Führungen und Website sollen der eigenen Bevölkerung, aber auch den Besuchern aus dem In- und Ausland die einzigartige Geschichte vor Ort nachvollziehbar machen und Verständnis wecken für andere Glaubensbekenntnisse und Kulturen. Der Jüdische Kulturweg Endingen–Lengnau soll damit über das Zusammenleben von Menschen christlichen und jüdischen Glaubens hinaus zu einem kulturellen Lehrpfad werden, zu einem Sinnbild für unser multikulturelles Land. Die Projektgruppe ist überzeugt, dass dieses Projekt der Region, aber darüber hinaus auch der Schweiz wichtige Impulse und einen touristisch-kulturellen Mehrwert verleihen wird.

Finanziert wurde das Projekt durch Beiträge der öffentlichen Hand (Kanton, Gemeinden), insbesondere aber auch durch Beiträge von Institutionen und privaten Mäzenen. Die Recherchen und Texte wurden von Franz Laube, Lengnau und Andreas Steigmeier, Baden, verfasst.

Das Faltblatt "Baukultur entdecken: Endingen–Lengnau" kann hier bestellt werden.

Rückfragen:
Jüdischer Kulturweg, Roy Oppenheim, Tel. 056 241 15 50 / 079 301 95 02
Schweizer Heimatschutz, Peter Egli, Tel. 044 254 57 00

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