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Montag, 30. März 2009

Solaranlagen, Baudenkmäler und Ortsbildschutz

Die Produktion von Wärme ist in der Regel an den Ort des Verbrauches gebunden: Minergie-Siedlung Balance in Bülach mit einer thermischen Kollektoranlage. (Foto: SSES / Planforum Winterthur)

Für die Errichtung grosser Anlagen besteht in Industrie- und Gewerbezonen ein riesiges Potential an Infrastrukturen, welches genutzt werden soll: Stromproduktion auf dem Parking de l'Etoile in Genf. (Foto: Services Industriels de Genève, SIG)

Der Verbrauch fossiler Energie steigt drastisch und somit die CO2-Belastung. In einem Positionspapier nimmt der Schweizer Heimatschutz (SHS) Stellung zum aktuellen Thema Solaranlagen und deren Einfluss auf geschützte Ortsbilder und Baudenkmäler. Er ruft dazu auf, den vorhandenen Spielraum zur Installation von Solaranlagen zu nutzen, ohne die öffentlichen Schutzinteressen zu vernachlässigen und ohne die Eigentümer historischer Liegenschaften zu benachteiligen.

Die Auseinandersetzung um die Energiezukunft hat eine grosse Bedeutung erlangt. Der Klimawandel erfordert tiefgreifende Veränderungen am gesamten Gebäudebestand. Seit dem 1. Januar 2008 ist der neue Artikel 18a des Raum­planungsgesetzes in Kraft, wonach in Bau- und Landwirtschaftszonen sorgfältig in Dach- und Fassadenflächen integrierte Solaranlagen zu bewilligen sind, sofern keine Kultur- und Naturdenkmäler von kantonaler oder nationaler Bedeutung be­einträchtigt werden. In seinem neuen Positionspapier nimmt der SHS dazu Stellung.

Spielraum nutzen
Der Schutz von Landschaften, Ortsbildern und Einzelbauten liegt ebenso im öffentlichen Interesse wie das Energiesparen und die deutliche CO2-Reduktion. Schlecht gestaltete oder platzierte Solaranlagen können die Schutzziele be­einträchtigen. Der potentielle Zielkonflikt verlangt die Suche nach intelligenten Lösungsstrategien.

Im Positionspapier ruft der SHS auf, den vorhandenen Spielraum zu nutzen, ohne die öffentlichen Schutzinteressen zu vernachlässigen und ohne die Eigentümer historischer Liegenschaften zu benachteiligen. So wird die bisherige Haltung verschiedener Denkmalpflegen, wonach Solaranlagen zur Wassererwärmung auf sämtlichen Schutzobjekten nicht in Frage kommen, relativiert.

Strom- und Wärmegewinnung
unterscheiden Wichtig ist bei Solaranlagen die grundsätzliche Unterscheidung zwischen orts­gebundenen Anlagen und ortsungebundenen Anlagen. Die Produktion von Wärme ist in der Regel an den Ort des Verbrauches gebunden. Die Grösse einer Anlage ist vom Verbrauch des Gebäudes und dem zu erzielenden Solaranteil abhängig. Ihre Erstellung soll nur in Ausnahmefällen eingeschränkt oder verboten werden.

Die Produktion von Strom (Photovoltaik) ist hingegen nicht an den Ort des Verbrauches gebunden. Anlagen zur Stromproduktion gibt es in allen Grössen­ordnungen; Grossanlagen sind jedoch besonders wirtschaftlich. Die produzierte Energie lässt sich in das bestehende Stromnetz einspeisen. Für die Errichtung grosser Anlagen besteht in der Schweiz ein riesiges Potential an Infrastrukturen innerhalb der Bauzone, vor allem in Industrie- und Gewerbezonen, welches mit erster Priorität genutzt werden soll.  

Rückfragen: 
Adrian Schmid, Geschäftsleiter Schweizer Heimatschutz, 076 342 39 51

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