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Donnerstag, 11. September 2008

Europäischer Tag des Denkmals 2008:
Die Schönheit hat einen Preis

Die Hotel-Pension Beau-Site in Chemin-Dessus (VS) ist einer der vielen «Orte zum Geniessen», die am Tag des Denkmals 2008 zum Besuch einladen
Schweizer Heimatschutz

Dieses Wochenende findet der Europäische Tag des Denkmals statt. Er bietet einer grossen Öffentlichkeit die willkommene Gelegenheit zum Besuch von Baudenkmälern und Kulturgütern. Der Schweizer Heimatschutz weist darauf hin, dass die wertvollen Zeugnisse der Vergangenheit nur deshalb ein breites Publikum erfreuen können, weil diese laufend unterhalten und gepflegt werden. Diese wertvolle Konservierungsarbeit steht im Gegensatz zum stark abnehmenden Engagement des Bundes im Bereich Heimatschutz und Denkmalpflege.

Die Schweiz verfügt auf kleinstem Raum über eine enorm vielfältige Kulturgeschichte sowie eine reichhaltige Baukultur mit einer entsprechenden Anzahl von Baudenkmälern unterschiedlichster Art. Mittlerweile sind neun Objekte (sechs Kulturerbe, drei Naturerbe) auf der UNESCO-Liste des Welterbes eingetragen. Im Vergleich zur Grösse des Landes ist dies beachtlich. Diese Objekte stellen nur die Spitze eines Eisberges dar, dahinter steht eine Vielzahl von bedeutenden Ortsbildern und schützenswerten Einzelobjekten, welche einen wesentlichen Teil unserer Identität ausmachen. Ihre Erhaltung ist unter anderem eine öffentliche Aufgabe und kann nur mit ausreichenden finanziellen Mitteln sichergestellt werden.

Die Bundesmittel wurden in den vergangenen zehn Jahren von durchschnittlich CHF 35 Mio. pro Jahr auf 19 Mio. zurückgefahren. Bei gleichbleibenden allgemeinen Tätigkeiten des Bundes im Bereich Heimatschutz und Denkmalpflege gehen die Kürzungen vollumfänglich zu Lasten der Finanzhilfen an die Kantone. Die Gesuche der Kantone, die nicht berücksichtigt werden können, werden auf die Finanzperiode 2012 – 2015 vertröstet. Die Schäden an den Schutzobjekten und damit die Sanierungskosten nehmen in dieser Zeit zu. Die reduzierten Bundesbeiträge führen zudem zunehmend zu einer Reduktion der Kantons- und Gemeindebeiträge. Dies bewirkt eine «elitäre» Fokussierung auf die Objekte von nationaler Bedeutung. Der Schweizer Heimatschutz fordert deshalb eine Erhöhung der Bundesmittel für Heimatschutz und Denkmalpflege per 2009 auf CHF 30 Mio.

Keine Bestrafung von Privateigentümern und KMUs
Leidtragende der Subventionskürzungen der vergangenen Jahre waren in erster Linie private Eigentümer von Baudenkmälern und KMUs. Die unzureichenden Mittel für die Denkmalerhaltung fliessen zunächst in Bauten der öffentlichen Hand, namentlich in Sakralbauten. Private Eigentümer geniessen oft zweite Priorität, obschon sie für die Mehrheit der Gebäude in schützenswerten Ortsbildern Verantwortung tragen. Qualifizierte Handwerker und Spezialisten mit dem erforderlichen Fachwissen für die Erhaltung von Kulturgütern finden sich vorab in kleinen Unternehmen und nicht in grossen Baufirmen. Mit schwindenden Mitteln droht ein grosser Verlust an Know-how.

Rückfragen : Schweizer Heimatschutz, Philipp Maurer, 044 254 57 00

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