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Donnerstag, 14. August 2008

Schoggitaler-Verkauf 2008 zugunsten seltener Arten

Mit Schoggi und Ziegen gegen den Artenschwund

Vom Aussterben bedroht, vom Schoggitaler 2008 unterstützt: die Glänzende Binsenjungfer auf der Moosalp(VS)
Hansruedi Wildermuth

Mit Teilen des Schoggitaler-Geldes 2008 werden die Moore auf der Moosalp als (Über)-Lebensräume seltener Libellen geschützt und aufwertet.
Daniel Rüetschi

Mit weidenden Ziegen gegen das Einwachsen von Wald in artenreiche Matten. Der Schoggitaler 2008 unterstützt unter anderem das Pro Natura-Beweidungsprojekt «Allegra Geissenpeter».
Pro Natura

Der diesjährige Schoggitaler-Verkauf von Pro Natura und Schweizer Heimatschutz unterstützt hauptsächlich Projekte zum Erhalt und zur Förderung seltener Tier- und Pflanzenarten. Zwei Libellenförder-Projekte, eines im Kanton Wallis, das andere im Kanton Graubünden sowie das Beweidungsprojekt «Allegra Geissenpeter» mit Schwerpunkt im Bündnerland werden unter anderem mit dem Schoggitaler 2008 möglich gemacht. Ab Anfang September werden wieder Schulklassen an öffentlichen Plätzen und an Haustüren den traditionellen Schoggitaler zum Verkauf anbieten.

Den Erlös 2008 setzen Pro Natura und der Schweizer Heimatschutz zur Hauptsache zum Erhalt von Lebensräumen seltener Libellen, Orchideen, Schmetterlingen oder Heuschrecken ein. Der Talerverkauf 2008 findet in der deutschen Schweiz und der Romandie zwischen dem 3. und 13. September statt, im Tessin vom 13. bis 20. September.

Die Schweiz leidet an Artenschwund. Der Verlust der biologischen Vielfalt geht oft unbemerkt, jedoch rasant vor sich. Rund 50 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten in der Schweiz sind entweder gefährdet oder bereits vom Aussterben bedroht. Libellen zählen zu den am meisten gefährdeten Tierarten in der Schweiz. Bei den Pflanzenarten sind es Orchideen, die in vielen Fällen auf trockene Wiesenstandorte angewiesen sind – sogenannte Trockenwiesen und -weiden.

Ziegen im Naturschutz-Einsatz
Wie gehen trampelnde Ziegen mit zierlichen Orchideen zusammen? Im Beweidungsprojekt «Allegra Geissenpeter» schaffen Ziegen – genauer: die rar gewordenen Stiefelziegen – wieder dringend benötigten Lebensraum für die seltenen Schönheiten der Pflanzenwelt. Ziegenherden werden in den Kantonen Graubünden, Tessin und Wallis gezielt eingesetzt, um wertvolle und selten gewordene alpine Trockenwiesen und -weiden vor dem einwachsenden Wald zu schützen. Diese alpinen Matten sind Hort zahlreicher und gefährdeter Pflanzen und Tiere, allen voran formvollendeter Orchideen. Der Schoggitaler 2008 hilft unter anderem, dieses zukunftsweisende Projekt an der Schnittstelle zwischen Artenschutz und Landwirtschaft zu finanzieren.

Für Moore und Libellen
Nicht nur Orchideen, auch Libellen sind für ihr Überleben in der Schweiz auf Unterstützung angewiesen. Mehr als ein Drittel aller Libellenarten in der Schweiz gilt als gefährdet. International trägt die Schweiz eine besondere Verantwortung für diejenigen Arten, die an alpinen Hoch- und Flachmooren leben. Diese (Über-)Lebensräume brauchen ihrerseits Schutz, damit sie nicht verschwinden. In zwei Projekten – auf der Moosalp im Kanton Wallis und in der Gemeinde Luzein im bündnerischen Prättigau, schützt Pro Natura zahlreiche kleinere Flach- und Hochmoore vor dem Verschwinden, damit die darin vorkommenden, gefährdeten bis bedrohten Libellenarten eine Überlebenschance erhalten. Besonders die Glänzende Binsenjungfer benötigt dringend Hilfe, kommt sie doch in der ganzen Schweiz nur noch auf der Moosalp vor. Die Schoggitaler-Aktion 2008 hilft auch hier, wertvolle Natur zu erhalten.

Weitere Teile des Schoggitaler-Erlöses 2008 gehen an andere Projekte von Pro Natura und des Schweizer Heimatschutzes zur Förderung und zum Erhalt der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt beziehungsweise zum Erhalt von Baudenkmälern und Kulturlandschaften.

Biodiversität – die Vielfalt von Arten, Lebensräumen und Genen
«Biodiversität» umfasst nicht nur die Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten (Artenvielfalt), sondern auch die Vielfalt an Lebensräumen und die genetische Vielfalt innerhalb einzelner Arten. Die Schoggitaler-Aktion 2008 steht unter dem Motto «Biodiversität – jede Art hängt von anderen ab» und unterstreicht damit, dass Tier- und Pflanzenarten nicht isoliert leben, sondern miteinander verknüpft und aufeinander angewiesen sind. Der Einsatz für einzelne gefährdete Arten nützt schliesslich allen.

Der Schoggitaler kostet fünf Franken und wird aus Schweizer Biovollmilch sowie Max Havelaar-zertifiziertem Zucker und Kakao aus fairem Handel hergestellt. Verpackt und versandfertig gemacht werden die Schoggitaler durch Mitarbeiter der Martin Stiftung, einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Herrliberg/Erlenbach ZH.

Weitere Auskünfte:
Brigitte Brändle, Leiterin Talerbüro, Tel 044 262 30 86, info@schoggitaler.ch

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