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Donnerstag, 22. November 2007

Neue Ausgabe der Zeitschrift Heimatschutz/Sauvegarde (4/2007)
Qualitätssicherung in der Architektur

Wo werden Projektwettbewerbe in der Schweiz juriert? Zum Beispiel in einer Lagerhalle in St. Gallen!
Ivo Bösch

Der Schweizer Heimatschutz widmet die neuste Ausgabe (4/2007) der Zeitschrift Heimatschutz/Sauvegarde dem Thema «Qualitätssicherung in der Architektur». Insbesondere der Projektwettbewerb scheint ein Verfahren zu sein, das aufgrund der damit verbundenen Konkurrenz qualitativ hochstehende Resultate hervorbringt. Und was ist mit den Stararchitektinnen und -architekten? Ihre innovativen Bauten werden von den Puristen der Branche oft kritisiert. Heimatschutz/Sauvegarde präsentiert eine Bestandesaufnahme.

Projektwettbewerbe gehören zur institutionellen Landschaft der Schweiz. Sie werden seit dem 19. Jahrhundert durchgeführt und haben die Realisierung zahlreicher bedeutender Bauten möglich gemacht: Das Bundeshaus, Schulen, Rathäuser, Bahnhöfe, Universitäten, öffentliche Verwaltungen, Spitäler, Wohnbauten, Siedlungen und Kunstwerke sind auf diese Weise entstanden. Die effiziente Organisation, die Präsentation eines umfassenden und soliden technischen Dossiers und eine kompetente Jury sind die drei Komponenten, die für den Erfolg eines solchen Wettbewerbsverfahrens unabdingbar sind.

Ein schönes Beispiel dafür ist die Villa Patumbah in Zürich. Die Stiftung Patumbah, welche die gleichnamige Villa in ein Zentrum für Baukultur verwandeln möchte, hat in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Heimatschutz einen Projektwettbewerb gemäss den SIA-Bestimmungen für Architektur- und Ingenieurwettbewerbe ausgeschrieben. Der Artikel, der diesem Vorhaben gewidmet ist, zeigt auch die Grenzen eines klassischen Wettbewerbs auf und formuliert Vorschläge für mehr kreativere Verfahren.

Kreativ sind sehr wohl einige bedeutende Projekte. Kritische Stimmen monieren jedoch, dass zweifelhafte Projekte zuweilen nur aufgrund des Bekanntheitsgrads ihres Urhebers oder ihrer Urheberin Beifall finden. Es scheint nicht möglich zu sein, den Architekten und Architektinnen einen Verhaltenskodex aufzuerlegen, der von ihnen verlangt, sich zurückzuziehen, falls eine Situation zu delikat wird. Die Bauträgerschaften können den Architekten wechseln, und das letzte Wort haben immer die Bewilligungsbehörden. Allerdings kommt den Stars der Architektur auch ein grosses Verdienst zu: Sie präsentieren innovative Ideen und stellen mit ihren Projekten althergebrachte Vorstellungen auf den Kopf.

Der letzten Ausgabe von Heimatschutz/Sauvegarde des Jahres 2007 ist ein Supplément zu einem Ideenwettbewerb beigelegt, der von der Thurgauer Sektion des Schweizer Heimatschutzes lanciert worden ist. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer standen vor der herausfordenden Aufgabe, Vorschläge zur Umnutzung einer Trafostation einzureichen. Die wenigen Quadratmeter, die dieses Gebäude umfasst, waren offensichtlich eine grosse Quelle der Inspiration: Der Jury wurden zahlreiche Projekte vorgelegt, die sich durch Originalität und Mut, aber auch durch Pragmatik und Nutzbarkeit auszeichnen.

Wenn Sie ein Belegexemplar dieser Ausgabe mit Beilage möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an info@heimatschutz.ch.

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