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Montag, 15. Oktober 2007

Mehr Respekt vor den Gipfeln der Alpen

Der Schweizer Heimatschutz erhebt gegen die Baubewilligung für einen Restaurant-Neubau auf dem Gipfel des Weisshorns in Arosa Beschwerde beim Bundesgericht. Auch bei wichtigen Infrastrukturbauten für den Wintertourismus müssen die Anliegen des Landschaftsschutzes respektiert werden, zumal andere Lösungen ohne weiteres möglich sind.

Die Aroser Bergbahnen beabsichtigen einen Neubau des Gipfelrestaurants auf dem Aroser Weisshorn. Im Gegensatz zur bestehenden Anlage soll der Neubau direkt auf das Gipfelplateau zu liegen kommen und die Bergspitze künstlich erhöhen. Bereits im vergangenen Winter haben der Bündner und der Schweizer Heimatschutz im Rahmen des Planauflageverfahrens dagegen Stellung genommen. Aus landschaftsästhetischer Sicht ist es nicht zu verantworten den Berggipfel grossflächig zu überbauen und baulich zu überhöhen. Das grandiose Erlebnis der Rundumsicht auf dem unüberbauten Gipfel würde der Öffentlichkeit entzogen und wäre als Gesamtes überhaupt nicht mehr möglich. Der Eingriff in die alpine Landschaft ist weder nötig noch sinnvoll.
Die Standortwahl wird mit einer touristischen Marketingstrategie begründet. In „prominenter“, alles überragender Lage soll das Gebäude im Schanfigg, im ganzen Churer Rheintal und darüber hinaus wahrgenommen werden. In der Nacht soll die Wirkung noch gesteigert werden; das Gebäude soll durch das beleuchtete Fensterband von weither sichtbar sein und als Wahrzeichen wirken. Eine derartige Kommerzialisierung der Landschaft lehnt der Heimatschutz klar ab.
Beim geplanten Bauvorhaben stellt sich die Grundsatzfrage, wie viel und wie weit auf Berggipfeln überhaupt gebaut werden soll. Die Besetzung eines Gipfels und die dominante Positionierung eines Restaurants würden die Erscheinung der Berglandschaft weitreichend verändern und das Landschaftserlebnis wesentlich entwerten. Es ist naheliegend, dass im Falle einer Realisierung weitere Begehrlichkeiten für ähnliche Vorhaben im gesamten Alpenraum geweckt würden.

Der Bündner und der Schweizer Heimatschutz fordern deshalb, dass der Gipfel des Weisshorns weiterhin unüberbaut bleibt und das weitreichenden Panorama als eindrückliches Landschafts- und Naturerlebnis nicht zerstört wird. Das bestehende Restaurant wurde bewusst aus Landschaftsschutzgründen an der Bergflanke platziert. Ein Nachfolgebau, auch in erweitertem Ausmass, soll dies respektieren und sich ebenfalls an der Flanke eingliedern.


Rückfragen: Jürg Ragettli, Präsident Bündner Heimatschutz, 081 250 75 72

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