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Montag, 10. September 2007

Beschwerde gegen Seilbahnkonzession Kandersteg-Oeschinen:
Ungenügende Abklärungen des BAV

SHS

Der Schweizer Heimatschutz (SHS) hat gegen die Konzession des Bundesamtes für Verkehr (BAV) für den Neubau einer Seilbahn Kandersteg – Oeschinen Beschwerde erhoben. Die Konzessionsbehörde hat ungenügend abgeklärt, ob der Erhalt des historischen Sesselliftes tatsächlich möglich ist.

Der Sessellift Kandersteg – Oeschinen stammt aus dem Jahre 1948 und dokumentiert zusammen mit dem Sessellift auf den Weissenstein (SO) ein einzigartiges Stück Seilbahngeschichte in der Schweiz. Die Anlage vom Typ VR101 (Hersteller Von Roll AG, Bern) zum Oeschinensee ist voll betriebsfähig und ermöglicht ein ganz besonderes Fahrerlebnis. Dank der Konstruktion mit kuppelbaren Sesseln nahm die Bahn über Jahrzehnte eine Vorreiterrolle in Bezug auf den Fahrkomfort ein. Die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege (EKD) hält in ihrem Gutachten vom 25. Juni 2007 mit aller Klarheit fest, dass es sich bei der Sesselbahn Kandersteg – Oeschinen um ein Denkmal von nationaler Bedeutung handle.

Das BAV hat im vergangenen August die Konzession für eine Ersatzanlage erteilt. Gegen diesen Konzessionsentscheid hat der Schweizer Heimatschutz Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben. Das BAV stützt sich in den Erwägungen über die Machbarkeit der Erhaltung der historischen Anlage auf eine Stellungnahme der selben Firma, welche mit dem Bau der Ersatzanlage beauftragt ist. Damit stellt die Konzessionsbehörde auf eine Grundlage ab, welche die zentrale Frage für die Erhaltung des Baudenkmales nicht objektiv beurteilt.

Der SHS ist überzeugt, dass die Erhaltung der Anlage von nationaler Bedeutung technisch machbar ist. Der historische Sessellift ermöglicht überdies ein ganz besonderes Werbeargument, welches in der Flut von uniformen touristischen Angeboten eigentlich höchst willkommen sein müsste.

Rückfragen:
Philipp Maurer, Geschäftsführer Schweizer Heimatschutz, 044 254 57 00

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