Drucken

Details

Montag, 23. Juli 2007

Ideen zur zukünftigen Nutzung des Landessenders Beromünster
Kletterturm, Jugendradio oder Liebessender?

Kletterturm, Jugendradio oder Liebessender? Der Schweizer Heimatschutz sammelte Ideen zur zukünftigen Nutzung des Landessenders Beromünster
Schweizer Heimatschutz

Um die Erhaltung des Landessenders Beromünster – insbesondere des Sendeturms auf dem Blosenberg – zu sichern, steht neben der dringenden Unterschutzstellung die Frage nach der zukünftigen Nutzung im Vordergrund
Schweizer Heimatschutz

Im Juni dieses Jahres hat der Schweizer Heimatschutz dazu aufgerufen, Ideen zu einer zukünftigen Nutzung des Landessenders Beromünster einzureichen. Gewinnerin des kleinen Ideenwettbewerbs ist Cornelia Burkhard aus Hildisrieden mit ihrem Vorschlag, ein Jugendradio "Radio aktiv +" einzurichten. Dieses soll Einblick ins Radiohandwerk bieten und für Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Schweiz offen stehen.

Ende des Jahres 2008 wird der Mittelwellensender Beromünster definitiv stillgelegt. Zurzeit ist unklar, wie die Zukunft für den 215 Meter hohen Sendemast, den Reservesendeturm und die zugehörigen Sendergebäude aussieht. Ein Gutachten der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD) hat bestätigt, dass es sich beim Landessender Beromünster um ein Denkmal von nationaler Bedeutung handelt, das unbedingt zu erhalten ist.

Um die Erhaltung des Landessenders Beromünster zu sichern, steht neben der dringenden Unterschutzstellung die Frage nach der zukünftigen Nutzung im Vordergrund. Der Schweizer Heimatschutz rief deshalb im Juni dieses Jahres dazu auf, Vorschläge für die Zukunft des Landessenders Beromünster (Sendergebäude und Sendetürme) einzureichen. Das Ergebnis liegt nun vor.

Radio aktiv +
Vielfältig und originell waren die eingegangenen Vorschläge: Sie reichen von einer Umnutzung des Sendeturms zur Windenergiegewinnung über einen Umbau zum Kletterturm bis zur Installation eines "Liebessenders" in dem geheiratet und das Ja-Wort über den Sendeturm in den Äther geschickt werden kann. Wird sich die Einrichtung eines Drehrestaurants auf dem Blosenbergturm eher schwierig gestalten, ist die Idee, den Sendeturm zum Wahrzeichen eines neuen Vergnügungsparks – dem Michelsämterpark – zu machen, schon realistischer.

Den Vorschlag "Radio aktiv +" bewertete der Schweizer Heimatschutz als überzeugendste und realistischste Idee: Diese sieht vor, im Landessender Beromünster auch in Zukunft ein Radioprogramm zu produzieren. Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Schweiz gestalten unter professioneller Anleitung ihre eigenen Projektwochen. Sie erlernen das Radiohandwerk auf dem heutigen technischen Stand und stellen Beiträge her, die über das neue Radio verbreitet werden – sei dies mit eigener Sendeleistung oder in Partnerschaft mit bestehenden Radiostationen. Allenfalls könnte ein historisches Radio-Museum mit alten Tondokumenten, Technik und sonstigem Archivmaterial entstehen, in dem gezeigt wird, wie in den Anfängen des Radios gearbeitet wurde. Die Infrastruktur für "Radio aktiv +", könnte auch von Firmen, Vereinen, und weiteren Interessierten für Tagesevents unter fachkundiger Anleitung gebucht werden.

Die Gewinnerin des kleinen Ideenwettbewerbs, Cornelia Burkhard aus Hildisrieden, wird mit einem Gutschein für eine Übernachtung in einem historischen Hotel für zwei Personen belohnt.

Der Ball liegt bei der Swisscom
Der Schweizer Heimatschutz und seine Sektion Innerschweiz sind einer von mehreren Akteuren, die sich für die Unterschutzstellung und somit gegen den Abbruch des Landessenders Beromünster einsetzen. Der Heimatschutz hat in dieser Sache bereits an die Swisscom Broadcast AG als Eigentümerin appelliert, ihre Verantwortung für die Bewahrung der geschichtlichen Zeugen ihrer Tätigkeit wahrzunehmen und von einem Abbruch der einmaligen Anlage abzusehen. Nun hat der Heimatschutz die Ideensammlung an die Swisscom Broadcast AG weitergeleitet, verbunden mit der Anregung, eine Gesprächsrunde zur Zukunft des Landessenders mit den wichtigsten Akteuren einzuberufen.

Rückfragen:
Schweizer Heimatschutz, Peter Egli, Tel. 044 254 57 00

Download

Medienmitteilungen erhalten

Sie sind Journalist/-in oder Redaktor/-in und möchten regelmässig unsere Medienmitteilungen erhalten.

 

> Mehr dazu