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Donnerstag, 19. Juli 2007

Nostalgischen Wert erhalten und vermarkten:
Eine Zukunft für die historische Sesselbahn Oberdorf – Weissenstein

Der Schweizer Heimatschutz stellt einen Vorschlag zur Diskussion, der zeigt, wie die Sesselbahn auf den Weissenstein in ihrer heutigen Form erhalten bleiben kann und wie mit einigen Erneuerungen ein sicherer und wirtschaftlich tragbarer Betrieb möglich ist.
Schweizer Heimatschutz

Anfang Juli hat der Kanton Solothurn mitgeteilt, dass die Sesselbahn auf den Weissenstein gemäss den Eidgenössischen Fachkommissionen ein Denkmal von nationaler Bedeutung sei. Über die Möglichkeit, die Anlage zu erhalten, bestehen unterschiedliche Ansichten. Der Schweizer Heimatschutz (SHS) hat sich vertieft damit auseinander gesetzt und bringt einen konkreten Vorschlag für die Erhaltung der Bahn zur Diskussion.

An einer Medienkonferenz in Solothurn stellten der Schweizer und der Solothurner Heimatschutz heute einen Vorschlag für die Erhaltung der historischen Seilbahn auf den Weissenstein vor. Zwei ausgewiesene Experten nahmen an diesem Anlass teil und stellten das Potential der bestehenden Bahn in den Vordergrund: Dr. Peter Schwaller, Präsident der Stiftung Furka Bergstrecke, mit langjähriger Erfahrung in einem erfolgreichen Projekt zur Erhaltung eines technischen Kulturgutes sowie Ernst Streule, ESC Consulting, Hilterfingen, mit umfassenden wirtschaftlichen und touristischen Kenntnissen zahlreicher Bergbahnprojekte.

Organisation "Historische Seilbahnen Schweiz"
Ernst Streule wurde vom Heimatschutz beauftragt, ein Grobkonzept zu erarbeiten, das aufzeigen soll, ob und wie die Erhaltung der Weissensteinbahn möglich sein könnte. Der konkrete Vorschlag betrifft die Einbindung der Weissensteinbahn in eine neu zu schaffende Organisation, welche schweizweit die Aktivitäten der Betreiber von historischen Seilbahnen unterstützt, koordiniert und in einem Marketingverbund unter einem gemeinsamen Label auftreten lässt. Ziel ist die Inwertsetzung des touristischen Potentials historischer Seilbahnen für ein breites Publikum.

Hinter der Idee steht die Überzeugung, dass historische Seilbahnen als Nischenangebot im Bereich Tourismus eine erfolgreiche Unternehmensstrategie sein können und zu einem rentablen, nicht mehr wegzudenkenden Angebot für Touristen sowie Bahn- und Technikbegeisterte werden können. Die Organisation "Historische Seilbahnen Schweiz" soll nicht nur konkrete Unterstützung mit Öffentlichkeitsarbeit, sondern auch bei der Mittelbeschaffung, Betriebskonzepten und Businessplänen leisten.

Grob-Businessplan Sesselbahn Oberdorf – Weissenstein
Der Grob-Businessplan, der heute den Medien vorgestellt wurde, sieht vor, die bisherige Sesselbahn in ihrer historischen Art zu erhalten, aber trotzdem so zu erneuern, dass ein sicherer und wirtschaftlich tragbarer Betrieb möglich ist. Dabei soll das historische Image der Bahn speziell gepflegt werden. Die Erhaltung der Weissensteinbahn erscheint gerade deshalb sinnvoll, weil damit ein höchst attraktiver Ausflugspunkt in der Nähe der Stadt Solothurn weiterhin erschlossen bleibt, ohne dass die Landschaft von nationaler Bedeutung schwer beeinträchtigt wird. Zu den heutigen Qualitäten des Weissensteins passt eine nostalgische Zubringerbahn, welche ein weit über die Landesgrenzen hinaus einzigartiges Fahrerlebnis vermittelt.

Ohne Zweifel hat die Sicherheit der Gäste und der Anlage gegenüber dem äusseren historischen Aussehen Priorität. Besondere zusätzliche Sicherheits- und Überwachungselemente sind mit dem zuständigen Bundesamt für Verkehr BAV abzusprechen. Das BAV hat bereits mehrfach signalisiert, dass gegen den Weiterbetrieb einer historischen Anlage nichts einzuwenden sei, sofern die Sicherheitsansprüche erfüllt werden können. Die Finanzierung der Erneuerungsinvestitionen, welche nach wie vor unter denjenigen einer neuen Bahn zu liegen kommen, sollen mit eigenen Mitteln, zinslosen Darlehen der öffentlichen Hand und mit einer Aktienkapitalerhöhung erfolgen. Denkbar ist auch, dass das einmalige Projekt den Zufluss von Spenden ermöglicht.

Rückfragen:
Schweizer Heimatschutz, Philipp Maurer, Tel. 044 254 57 00

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