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Freitag, 13. Juli 2007

Verleihung des Schulthess-Gartenpreises 2007
an «Flore-Alpe» in Champex VS

Mit dem diesjährigen Schulthess-Gartenpreis
des Schweizer Heimatschutzes wird der Alpen-
garten Flore Alpe in Champex ausgezeichnet
Klaus Holzhausen, Lausanne

Entstanden aus einem privaten Alpengarten
hat sich Flore Alpe zu einem botanischen
Garten mit rund 3000 Alpenpflanzen entwickelt
Hansjörg Gadient, Zürich

Schmale Wege führen über Brücken und vorbei
an zahlreichen Felspartien, kleinen Bächen
und Seen durch den romantischen Garten
Klaus Holzhausen, Lausanne

Der Schweizer Heimatschutz ehrt mit dem Schulthess-Gartenpreis 2007 die Stiftung Jean-Marcel Aubert, welche seit 40 Jahren den Alpengarten Flore-Alpe mit grossem Engagement pflegt. Er macht damit gleichzeitig auf ein typisches, aber wenig beachtetes Schweizer Kulturgut aufmerksam. Flore-Alpe ist ein kulturhistorisch besonders interessantes Beispiel, weil der Alpengarten Gartengestaltung und Wissenschaft in einzigartiger Weise verbindet.

Der mit CHF 30'000.- dotierte Schulthess-Gartenpreis 2007 des Schweizer Heimatschutzes wurde im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung der Stiftung Jean-Marcel Aubert übergeben. Der Preis steht ganz im Zeichen der Alpengärten: „Mit der heutigen Auszeichnung für Flore-Alpe werden gleichzeitig alle Alpengärten geehrt.“ wie Philippe Biéler anlässlich der Preisverleihung in Champex sagte. Der Schweizer Heimatschutz macht damit auf dieses für die Schweiz typische, aber in der breiten Öffentlichkeit wenig präsente Kulturgut aufmerksam.
Biéler betonte weiter, dass die Alpengärten, die zu Beginn des 20. Jh. entstanden seien, als die alpine Flora durch den aufkommenden Tourismus bedroht gewesen war, heute eine wichtige Rolle spielten für die Erforschung der alpinen Ökosysteme. Eine Aufgabe, der sich auch Flore Alpe widmet.
Gestalterische Seltenheit
Der Alpengarten wurde 1925 durch den Industriellen Jean-Marcel Aubert als Privatgarten angelegt. Rund um die beiden kulturhistorisch interessanten Chalets entstand ein romantischer Landschaftsgarten in Form eines Alpinums, eine gestalterische Seltenheit. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Garten zu einem eigentlichen botanischen Garten mit über 3000 Gebirgspflanzen aus Europa und anderen Gebirgen der Welt. Seine heutige Ausdehnung stammt von 1953.


Stiftung Jean-Marcel Aubert
1967 ist die Anlage in den Besitz der Fondation Jean-Marcel Aubert übergegangen. Das besondere Verdienst der Stiftung ist es, den Garten seit 40 Jahren kontinuierlich zu pflegen. Dieses Engagement ist umso höher zu gewichten, als die finanziellen Mittel der Stiftung gering sind. In der Stiftung vertreten sind zur Zeit noch die Kantone Wallis und Neuenburg, die Stadt Genf und die Gemeinde Orsière; ab 2008 nur noch der Kanton Wallis und die Gemeinde Orsière.
Der Garten ist im Sommerhalbjahr jeden Tag geöffnet. Verschlungene Pfade führen über Brücken und vorbei an zahlreichen Felspartien, kleinen Bächen und Seen durch den Garten. Bänke laden zum verweilen ein und eröffnen einen wunderbaren Blick auf den Lac de Champex und die Bergwelt. Interessierte Besucherinnen und Besucher können sich auf verschiedenen Schildern oder auf geführten Besichtigungen über die Pflanzen und ihre Besonderheiten informieren.

Begleitpublikation
Die soeben erschienene Begleitpublikation zum Schulthess-Gartenpreis 2007 stellt das Thema Alpengärten in seinen vielen Facetten vor. Neben Texten zu deren Entstehung und Geschichte werden Flore-Alpe in Champex ausführlich und einige weitere Alpengären kurz vorgestellt. Die Publikation kann unter www.heimatschutz.ch bestellt werden. Preis: CHF 5.- (für Heimatschutz-Mitglieder gratis).

Rückfragen: Schweizer Heimatschutz, Monika Suter (d),
Alexandra Lovey (f), 044 254 57 00


Der Schulthess-Gartenpreis des Schweizer Heimatschutzes
Grosszügiger Stifter des 1998 erstmals verliehenen Gartenpreises ist das Ehepaar Dr. Georg und Marianne von Schulthess-Schweizer aus Rheinfelden. Die Auswahl der Preisträger wird durch eine Fachkommission vorbereitet. Mögliche Preisträger sind Gemeinden, Institutionen oder auch Privatpersonen, die eine herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Gartenkultur nachweisen können.
Ausgezeichnet werden insbesondere Anstrengungen zur Erhaltung und Pfle-ge historisch wertvoller Gärten und Parkanlagen, die Realisierung besonders qualitätsvoller, zeitgenössischer Grünanlagen sowie Aspekte der Forschung. Gewürdigt werden gestalterische und botanische Gesichtspunkte. Der Preis belohnt nicht nur vergangene Leistungen, sondern will auch zukunftsgerichtete Wirkung erzeugen.

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