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Montag, 5. März 2007

Mögliche Alternative für Pizolbahn von Bad Ragaz?
Betrieb von historischen Seilbahnen im Marketingverbund als Chance

Die Seilbahn von Bad-Ragaz auf den Pizol von 1954 ist die zurzeit älteste in Betrieb stehende Gondelbahn der Schweiz. Sie könnte zum Vorreiter für ähnliche historische Seilbahnen werden.
www.seilbahn-nostalgie.ch

Die über 50-jahrige Gondelbahn wurde von der einstigen Maschinenfabrik Bell in Kriens als Zweiseil-Umlaufbahn nach dem System Wallmannsberger erbaut.
www.seilbahn-nostalgie.ch

Immer wieder droht historischen Seilbahnen der Abbruch oder die Stilllegung. Aktuellstes Beispiel ist die Gondelbahn Bad Ragaz-Pardiel (Pizol) aus dem Jahr 1954, deren Konzession Ende der Wintersaison abläuft. Der Schweizer Heimatschutz ist überzeugt, dass historische Seilbahnen in einem geeigneten Marketingverbund langfristig erhalten und weiterbetrieben werden können. Wichtig ist dabei ein koordiniertes Vorgehen und ein gemeinsames Auftreten am Markt.

Nachdem der Verwaltungsrat der Pizolbahnen AG beschlossen hat, das „Erschliessungskonzept Pizol 2010" nicht mehr weiterzuführen, ist die Zukunft für das Wander- und Skigebiet Pizol ungewiss. Sowohl der Seilbahn von Bad Ragaz wie auch derjenigen von Wangs auf den Pizol droht das aus. Der Schweizer Heimatschutz regt die Bahnbetreiber an, die neue Ausgangslage zu nutzen und insbesondere ein neues Konzept mit Weiterbetrieb der Pizolbahn von Bad Ragaz als historische Seilbahn zu prüfen. Die Chance für die älteste in Betrieb stehende Gondelbahn der Schweiz liegt im gemeinsamen Marketingverbund mit weiteren historischen Seilbahnen in anderen Regionen der Schweiz.

Nostalgie-Seilbahnen als wertvolles Kulturgut
Wiederholt setzte sich der Schweizer Heimatschutz in letzter Zeit für die Erhaltung historischer Seilbahnen ein. Herausragende ältere Anlagen stellen ein wertvolles Kulturgut dar. Sie sind technik-, verkehrs- und tourismusgeschichtliche Zeugen, die in der breiten Öffentlichkeit zurzeit noch nicht die Wertschätzung geniessen wie historische Bauten oder andere Verkehrsträger wie Dampfschiffe, Bahnen und Flugzeuge.

Dem Schweizer Heimatschutz ist es ein Anliegen, dass eine Anzahl ausgewählter, historisch wertvoller Anlagen erhalten und weiter betrieben wird. Nur so kann das ursprüngliche und faszinierende Fahrerlebnis der Nachwelt erhalten bleiben. Die ausgewählten Anlagen – dazu könnte auch die Gondelbahn von Bad Ragaz nach Pardiel (Pizol) zählen – sollen eine emotionale Qualität haben, die von den Gästen als besonderes Erlebnis empfunden wird. Sie sollen sich aber auch in ein regionales Tourismuskonzept einbinden lassen und gut erschlossen sein. Damit die Anlagen die Sicherheitsstandards weiterhin erfüllen und wirtschaftlich betrieben werden können, muss selbstverständlich der richtige Weg zwischen technischer Erneuerung und der Erhaltung der historischen Substanz gefunden werden.

Älteste Gondelbahn als Vorreiter?
Der Schweizer Heimatschutz erarbeitet zurzeit ein Konzeptpapier, welches aufzeigt, wie der Betrieb von historischen Seilbahnen als Nischenangebot durchaus eine erfolgreiche Unternehmensstrategie sein und zudem einem breiten Gästesegment ein einmaliges Bahnerlebnis bieten kann. Der Weiterbetrieb der historischen Gondelbahn könnte eine prüfenswerte Möglichkeit für eine neue Zukunft des Wander- und Skigebiets Pizol sein.

Die über 50-jahrige Gondelbahn wurde von der einstigen Maschinenfabrik Bell in Kriens als Zweiseil-Umlaufbahn nach dem System Wallmannsberger erbaut. Sie ist in ihrer Bausubstanz im Wesentlichen bis heute erhalten, Sogar die 4er-Kabinen stammen noch aus dem Jahr 1954. Die technisch wie auch historisch bemerkenswerte Zweiseil-Gondelbahn könnte nach einer Retrofit-Aktion durch geeignetes Marketing eine Vielzahl von Gästen ansprechen, die in erster Linie das spezielle Fahrerlebnis suchen und hautnah die wichtigen Zeitzeugen der Schweizer Tourismusgeschichte erleben möchten. Die Pizolbahn könnte als älteste Gondelbahn zum Vorreiter für ähnliche historische Seilbahnen und so zum Vorbild für andere Oldtimer-Bahnen werden. Der Schweizer Heimatschutz hat in diesem Sinn bereits die Pizolbahnen AG kontaktiert und die Zusammenarbeit angeboten.

Rückfragen:
Philipp Maurer, Geschäftsführer Schweizer Heimatschutz, Tel. 044 254 57 00

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