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Donnerstag, 1. Februar 2007

Verein «Ja zur Lebensraum-
Initiative» gegründet

Schweizer Heimatschutz

Damit genug Platz für Natur und Landschaft bleibt, muss die Raumentwicklung in der Schweiz nachhaltiger werden. Deshalb soll die Gesamtfläche der Bauzonen in der Schweiz für 20 Jahre begrenzt werden. Das ist die Stossrichtung der Volksinitiative, deren Trägerverein gestern gegründet wurde. Er vereint 16 Organisationen aus den Bereichen Natur und Landschaft, Umwelt und Landwirtschaft mit demselben Ziel: In der Schweiz muss der notwendige Lebensraum für Mensch und Natur frei gehalten werden. Der Schweizer Heimatschutz ist im Vorstand des Trägervereines vertreten.

Gestern wurde in Olten der Verein «Ja zur Lebensraum-Initiative» gegründet. Der Verein bereitet die Unterschriftensammlung zur Eidgenössischen Volksinitiative «Raum für Mensch und Natur (Lebensraum-Initiative)» vor und ist strategisch für deren Stossrichtung verantwortlich. Ihm gehören zur Zeit 16 Organisationen aus den Bereichen Natur- und Landschaftsschutz, Umwelt und Landwirtschaft an; weitere werden dazustossen. «Es ist sehr erfreulich, dass die Lebensraum-Initiative so breit abgestützt ist. Das zeigt das Bedürfnis für eine nachhaltige Raumentwicklung in der Schweiz», ist Otto Sieber, Pro Natura Zentralsekretär überzeugt.

Boden haushälterisch nutzen
Die Initiative schlägt eine Neuformulierung des Verfassungsartikels über die Raumplanung vor (Art. 75). Zusätzlich zu den bisherigen Bestimmungen nimmt sie den Schutz des Kulturlandes und die Trennung des Baugebietes vom Nichtbaugebiet in die Zweckbestimmung auf. Künftig sollen Kantone und Bund gemeinsam für die haushälterische Nutzung des Bodens sorgen. Der Bund soll eine hochwertige Siedlungsentwicklung nach innen fördern und die Bestimmungen für das Bauen im Nichtbaugebiet erlassen.

Als Begleitmassnahme für diese Neuausrichtung der Raumplanung verlangt die Initiative in einer Übergangsbestimmung, dass die Gesamtfläche der Bauzonen während 20 Jahren nicht vergrössert werden darf. In begründeten Fällen kann der Bund Ausnahmen gewähren.

Die Lancierung der Initiative «Raum für Mensch und Natur (Lebensraum-Initiative)» erfolgt nach der Vorprüfung durch die Bundeskanzlei im Frühling 2007.


Auskünfte:
Philipp Maurer, Tel. 044 254 57 00, philipp.maurer@heimatschutz.ch


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Fakten zum Missstand in der Raumplanung:
Das Bundesamt für Raumentwicklung kam 2005 zum Schluss, die Raumentwicklung der Schweiz in den letzten Jahrzehnten sei nicht nachhaltig; sie laufe diesem Ziel sogar entgegen. Die Siedlungsfläche dehnt sich anhaltend rasch um fast 1m² pro Sekunde aus. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen werden immer kleiner. Fast eine halbe Million Gebäude stehen ausserhalb der Bauzonen und verwischen die Trennung zwischen Bau- und Nichtbaugebiet. Die Kosten für die öffentliche Hand und die Volkswirtschaft im Bereich Infrastrukturen und Grundversorgung steigen stark, zudem wächst der Verkehr auf Grund der Zersiedelung stetig an. Die Bauzonen wachsen weiter, obwohl auf den heute noch nicht überbauten Bauzonen der Schweiz Lebens- und Wohnraum für rund 2,5 Mio. Menschen realisiert werden könnte.

Der Schweizer Bevölkerung ist das Verbauen der Landschaft ein Dorn im Auge, wie die Resultate einer gfs-Studie im Auftrag von Pro Natura im Jahr 2006 belegen: Mehr als die Hälfte der Schweizer Bevölkerung (52%) findet, dass zu viel Land in der Schweiz verbaut wird. Und die Hälfte der Befragten will, dass die Siedlungsfläche in der Schweiz nicht grösser wird. Vier von fünf Befragten (80%) wünschen sich, dass in besonders schönen Landschaften das Bauen eingeschränkt wird.

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