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Dienstag, 28. November 2006

Voranschlag des Bundes 2007
In Zukunft mehr Ruinen?

Ohne ausreichende finanzielle Unterstützung ist für zahlreiche Baudenkmäler die Zukunft nicht mehr gesichert.
SHS

Der Entwurf für den Voranschlag 2007 des Bundes sieht vor, die Mittel für die Renovation von Baudenkmälern empfindlich zu kürzen. Der Schweizer Heimatschutz warnt vor einer höchst unerwünschten Entwicklung. Die zeitgerechte Renovation von wichtigen Kulturgütern wird nicht mehr möglich sein, Zerfall und Verluste sind unausweichlich. Gegensteuer ist dringend nötig.

In den vergangenen Jahren sind die Mittel, welche der Bund für Beiträge an die Renovation von Schutzobjekten bereit stellt, massiv gekürzt worden. Standen 2002 noch CHF 36 Mio. zur Verfügung, so waren es 2005 noch 30 Mio.. Im Zuge der Entlastungspakete 2003 und 2004 und aufgrund interner Umverteilungen wurde der Betrag nochmals unverhältnismässig gesenkt. 2007 sollen noch 20. Mio und ab 2008 jährlich nur noch CHF 16,5 Mio. für Denkmalpflegebeiträge zur Verfügung stehen. Damit wird die Schmerzgrenze überschritten.
Grund für diese Entwicklung ist die Vorgabe, den Aufwand für das Bundesamt für Kultur zu plafonieren. Gleichzeitig sollen nicht nur bestehende Aufgaben ausgebaut, sondern auch gänzlich neue Aufgaben wahrgenommen werden. Diese Quadratur des Kreises wird auf einfache Weise gelöst: Die zusätzlich erforderlichen Mittel werden zu Lasten der Beiträge an die Renovation von Baudenkmälern gebucht. Dies geschah beim Ausbau der Filmförderung und – jüngstes Beispiel – beim Beitrag an das Verkehrshaus der Schweiz.
Mit den Beiträgen, welche der Bund bis 2005 ausgerichtet hat, konnte ein vernünftiges Gleichgewicht eingehalten werden, bei dem sich die Zahl der unwiederbringlichen Verluste von Kulturgütern in Grenzen hielt. Werden jedoch die Kürzungen für 2007 und die Folgejahre Realität, werden die Spuren dieser Sparpolitik zunehmend sichtbar.

  • Zunächst wird der Bund in den kommenden Jahren keine neuen Zusicherungen für Beiträge abgeben, um die laufenden Verpflichtungen im Umfang von CHF 103 Mio. zu erfüllen.
  • Neue Gesuche werden erst ab 2010 entgegengenommen und zwar im Ausmass der Hälfte des heutigen Umfanges. Zahlreiche Objekte, darunter auch sehr bedeutende, können inskünftig nicht mehr berücksichtigt werden. Dringend notwendige Renovationen von Schutzobjekten werden unter dem grossen Risiko zusätzlicher Schäden hinausgeschoben.
  • Die Zahl leerstehender und sanierungsbedürftiger Baudenkmäler dürfte markant zunehmen.
  • Bei verschiedenen Objekten wird die Instandstellung dereinst gar nicht mehr möglich sein, weil der Zeitpunkt für eine verhältnismässige Sanierung verpasst wurde.
  • Wertvolle Ortsbilder leiden und verlieren an Attraktivität. Tourismuswerbung und Standortmarketing werden erschwert.

Damit diese unerwünschte Entwicklung nicht eintrifft, ist dringend Gegensteuer geboten. Der Schweizer Heimatschutz fordert, dass die Kürzungen bei den Beiträgen an die Instandstellung unserer Kulturgüter rückgängig gemacht werden. Dies liegt nicht nur im Interesse der Kulturgütererhaltung, sondern ganz allgemein im Interesse unserer einzigartigen Ortsbilder und unserer Lebensqualität.

Rückfragen:
Philipp Maurer, Geschäftsführer Schweizer Heimatschutz, 044 254 57 00
Philippe Biéler, Präsident Schweizer Heimatschutz, 021 907 82 52

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