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Donnerstag, 31. August 2006

Windkraftanlage Crêt-Meuron

Die Interessenabwägung zwischen Windkraftnutzung und Landschaftsschutz bleibt offen

Aufgrund des heutigen Urteils des Bundesgerichts muss das kantonale Verwaltungsgericht nochmals über die Bücher. Damit bleibt offen, ob der Windpark im Landschaftsschutzgebiet Crêt-Meuron realisiert werden kann.

Heute hat das Bundesgericht den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Neuenburg für die Erstellung eines Windkraftparks im Gebiet Crêt-Meuron (NE) annulliert. Der Schweizer Heimatschutz und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz sind enttäuscht über dieses Urteil.

Der Kanton Neuenburg plant, im Gebiet Vues-des-Alpes/Tête-de-Ran den Windpark „Crêt-Meuron“ mit sieben 93 Meter hohen Windturbinen zu realisieren. Der Schweizer Heimatschutz (SHS) und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) wehrten sich gegen dieses Projekt. Die Neuenburger Jurakreten sind seit 1966 geschützte Landschaften. Die Förderung der Windenergie ist zwar wünschenswert, darf aber nicht auf Kosten wertvoller Landschaften geschehen. Das Verwaltungsgericht des Kantons Neuenburg bestätigte im März 2005 die Argumentation der beiden Verbände, worauf der Kanton Neuenburg und die Herstellerfirma der Windanlagen vor Bundesgericht gelangten.
Das Bundesgericht beurteilte die erfolgte Interessensabwägung als unzureichend. Aus diesem Grund hat es den Fall zur besseren Begründung an das Verwaltungsgericht zurückgewiesen.
SL und SHS sind enttäuscht über dieses Urteil, das einen Grundsatzentscheid weiter verzögert. Die Windenergie ist als erneuerbare Energiequelle förderungswürdig. Dafür die nicht erneuerbare Ressource „Landschaft“ zu opfern, ist aus Sicht des Landschaftsschutzes unverhältnismässig. Dies umso mehr, als die Windenergie nur einen äusserst geringen Beitrag zur Energieversorgung des Landes leisten kann.

Rückfragen:
Schweizer Heimatschutz, Philipp Maurer, 044 254 57 00
SL-FP, Raimund Rodewald, 031 377 00 77
SL-FP, Richard Patthey, 031 377 00 77

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