Drucken

Details

Mittwoch, 28. Mai 2014

Kulturbotschaft 2016-2019: hochkarätige Kulturgüter in Gefahr

Hochkarätige Kulturgüter in Gefahr: Es braucht mindestens 30 Millionen Franken für den Bereich Heimatschutz und Denkmalpflege.

Die Schweiz verfügt über eine enorm facettenreiche Baukultur mit Denkmälern unterschiedlichster Art. Diese stehen zunehmend unter Druck. In der Botschaft zur Förderung der Kultur (Kulturbotschaft) 2016-2019 werden die finanziellen Mittel für den Erhalt und die Pflege von schützenswerten Denkmälern, Ortsbildern und archäologischen Fundstätten festgelegt. Damit ein Mindestmass an notwendigen Arbeiten geleistet werden kann, braucht der Bereich Heimatschutz und Denkmalpflege einen jährlichen Beitrag von mindestens 30 Millionen Franken. Ohne diese Mittel drohen wertvolle Kulturgüter unwiderruflich verloren zu gehen.

Der Erhalt und die Pflege von schützenswerten Denkmälern, Ortsbildern und archäologischen Fundstätten ist eine öffentliche Aufgabe und kann nur mit ausreichend finanziellen Mitteln sichergestellt werden. Dieses kulturelle Erbe steht jedoch zunehmend unter Druck: Unter dem Stichwort Energiewende soll das Natur- und Heimatschutzgesetz verwässert werden. Baudenkmäler und archäologische Fundstätten geraten gleichzeitig durch die Siedlungsentwicklung massiv unter Druck und der Unterhalt wird immer aufwändiger. Zudem erhöht sich die Zahl der Objekte, deren Erhalt mit Beiträgen aus der Denkmalpflege unterstützt wird; unter anderem weil inzwischen zu Recht die Architektur des 20. Jahrhunderts mit berücksichtigt wird. Hinzu kommt die Bauteuerung, die seit 1998 über 20 Prozent betrug (Baupreisindex gemäss Bundesamt für Statistik). Entgegen diesen Entwicklungen wurden die finanziellen Mittel des Bundes seit 2004 gekürzt.

Bereits in der Kulturbotschaft 2012-2015 wurde festgehalten, dass der Mittelbedarf für den Bereich Heimatschutz und Denkmalpflegeeigentlich bei jährlich über 100 Millionen Franken liegt. Trotzdem wurden die Mittel 2012 gegenüber dem langjährigen Durchschnitt von 30 Millionen auf jährlich 26 Millionen reduziert. Die damalige Reduktion soll mit der aktuellen Kulturbotschaft 2016-2019 quasi festgeschrieben werden. Das Mindestmass an Instandhaltungsarbeiten kann damit nicht geleistet werden. Viele Vorhaben müssen deshalb auf spätere Jahre verschoben werden und die Schäden an den Gebäuden nehmen zu. In den Folgejahren steigen die Kosten.

Für Adrian Schmid, Vorsitzender der Alliance Patrimoine 2014, steht fest: «Unser kulturelles Erbe braucht mindestens 30 Millionen Franken. Ohne sie kann das Minimum an Arbeiten für den Erhalt der Kulturgüter nicht geleistet werden. Wertvolle Kulturgüter werden gefährdet und drohen unwiderruflich verloren zu gehen.»

 

Das ausführliche Positionspapier steht ab nächster Woche auf der Webseite der Alliance Patrimoine zur Verfügung: www.alliance-patrimoine.ch.

Für Fragen:
- Deutsch: Adrian Schmid, Geschäftsleiter Schweizer Heimatschutz, Tel. 076 342 39 51, adrian.schmid@heimatschutz.ch

- Französisch: Nicole Bauermeister, Direktorin Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Tel. 079 303 90 51, bauermeister@gsk.ch

 
> Mehr zu Alliance Patrimoine
  

Medienmitteilungen erhalten

Sie sind Journalist/-in oder Redaktor/-in und möchten regelmässig unsere Medienmitteilungen erhalten.

 

> Mehr dazu