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Dienstag, 21. Januar 2014

Wakkerpreis 2014 an Aarau (AG)

Mit dem Rücken zu Strasse und Bahn im Norden bildet diese Überbauung eine städtebaulich klare Trennung von Innenstadt und durchgrünter Wohnstadt. Sie ist ergänzt durch zwei solitäre Wohnbauten, die von der ruhigen Gartenstadt-Atmosphäre profitieren. (Büro- u. Wohnüberbauung, Hintere Bahnhofstrasse, Foto: © G. Bally/Keystone)

Dieses massgeschneiderte privat lancierte Verdichtungsbeispiel aus dem ruhigen, durchgrünten Gönhardquartier zeigt auf, wie wichtig die Grundstückabschlüsse und Einfassungen für den Erhalt des Quartiercharakters und für die Qualität des öffentlichen Strassenraums sind. (Mehrfamilienhäuser, Augustin-Keller-Strasse, Foto: © G. Bally/Keystone)

Mit der Wohnüberbauung Aarepark wurde neue Identität geschaffen. Als Ergebnis eines Architektur-Wettbewerbes konnte mit einer städtebaulich gut integrierten Lösung ein Stück Flussufer aufgewertet werden. Die Aare-Uferpartie fliesst gleichsam zwischen die Häuserzeilen und lässt alle Wohnungen am Uferraum teilhaben. (Foto: © G. Bally/Keystone)

Nebst der Altstadtstadt, die seit 2004 vom motorisierten Durchgangsverkehr befreit ist, wurden in anderen Stadtteilen historisch wertvolle öffentliche Bauten und Anlagen aus verschiedensten Epochen mit Sorgfalt renoviert, unter Schutz gestellt oder massvoll erweitert. (Foto: © G. Bally/Keystone)

Zur Bewahrung von Identität gehört die sorgfältige Renovation von historischen Bauten. Die Schulanlage Gönhard, ein pavillonartiges Primarschulhaus aus den 50er Jahren, wurde so qualitätsvoll und sorgfältig restauriert und erweitert, dass es gleich unter kantonalen Denkmalschutz gestellt wurde. (Foto: © G. Bally/Keystone)

Gut konzipierte Parkanlagen sind wichtige Elemente zur Bewahrung oder Schaffung von Identität. Die ehemaligen Gönhardgüter mit ihren drei Villen wurden von der Stadt in den letzten fünf Jahren als grüne Oase aufgewertet, nach gartendenkmal-pflegerischen Kriterien saniert und die Badanlage beispielhaft wieder aktiviert. (Foto: © G. Bally/Keystone)

Der Schweizer Heimatschutz verleiht der Stadt Aarau den Wakkerpreis 2014. Die Aargauer Kantonshauptstadt erhält die Auszeichnung für die vorbildliche Umsetzung einer qualitätsvollen Verdichtung am richtigen Ort – dies unter Bewahrung der Identität der verschiedenen Stadtquartiere. Die offizielle Preisübergabe findet am 28. Juni 2014 im Rahmen einer öffentlichen Feier statt.

Die Schweizer Stimmberechtigten haben sich 2013 mit grossem Mehr für die Revision des Raumplanungsgesetzes ausgesprochen. Gefordert sind nun Massnahmen zur qualitätsvollen Verdichtung gegen innen. Nur so kann die Landschaft vor der Zersiedelung geschützt werden. Die Stadt Aarau setzt diese Vorgaben seit vielen Jahren um. Sie zeigt exemplarisch Wege auf, wie sich Wachstum und der Erhalt und die Pflege von Stadtquartieren und Grünräumen vereinbaren lassen.

Die Stadt Aarau weist zahlreiche sorgfältig und umsichtig geplante Quartiere mit unverwechselbaren Qualitäten auf. Ihre erlebbare städtebauliche Vielfalt – von der dichten Altstadt über Gartenstadtquartiere bis hin zur Grosssiedlung Telli – trägt zur hohen Lebensqualität bei.

Mit dem Ziel, ihre Standortattraktivität zu erhalten und zu verbessern, hat die Stadt Aarau auf vorbildliche Weise diese Quartiereigenschaften mit angemessener Feinkörnigkeit weiterentwickelt. Das vor zehn Jahren erarbeitete Stadtentwicklungskonzept und das 2013 folgende räumliche Entwicklungsleitbild ermöglichen eine Übersicht. Daraus erschliessen sich die vorhandenen Entwicklungspotentiale, die Konfliktzonen sowie identitätsstiftende und erhaltenswerte Bereiche.

Mass- und qualitätsvoll verdichten
Als Resultat wurden differenzierte Verdichtungsstrategien erarbeitet, die klar zwischen Transformationsgebieten und ruhigen Wohnquartieren unterscheiden. Damit lassen sich nicht nur quantitative, sondern auch qualitative Massnahmen zur Entwicklung von Quartieren und Arealen festlegen. Dies ist schweizweit wegweisend.

Vielfältige Quartiereigenschaften erhalten
Gewerbe- und Industriezonen in Zentrumsnähe werden zu urbanen Gebieten von hoher Dichte umstrukturiert.
Ihnen gegenüber steht der südliche Stadtteil mit gartenstadtähnlichen Quartieren, die zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und der Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden sind. Diese durchgrünten Wohnquartiere sind städtebaulich von nationaler Bedeutung. Um das Erscheinungsbild dieser Quartiere zu erhalten, nimmt die Stadt Aarau nicht nur Einfluss auf die Gestaltung der Gebäude, sondern hat auch erkannt, wie wichtig Umfriedungen, Bepflanzungen und Strassenräume für den Quartiercharakter sind. Seit Ende 2012 bestehen qualitätssichernde Richtlinien für Neu- und Anbauten sowie deren Umgebungsgestaltung.

Begibt man sich von den locker bebauten Gartenstadtquartieren in die kompakte Altstadt, so nimmt man die einmalige städtebauliche Qualität dieser höchst dichten Siedlungsform wahr. 2004 wurde sie vom Durchgangsverkehr befreit und sorgfältig aufgewertet. Besonderes Augenmerk wurde auf eine einheitliche Aussenraumgestaltung gelegt. Ebenso wurde der mittelalterliche Stadtbach als wichtiges Element der verkehrsberuhigten Altstadt integriert. Die Bau- und Nutzungsordnung enthält zudem klare Regeln für den Erhalt von Bauten. So sind sämtliche Änderungen bewilligungspflichtig und werden jeweils einer Fachkommission vorgelegt.

Wichtige Bestandteile der Stadt sind die Freiräume, wie das Naherholungsgebiet entlang der Aare sowie verschiedene Grünanlagen innerhalb des Siedlungsgebiets. Diese wurden während den letzten 15 Jahren bewusst gesichert und aufgewertet.

Letztlich zeugen der Einsatz von Studien und Architekturwettbewerben, das Stadtmodell oder die konstanten Bemühungen, Privateigentümer bei ihren Projekten für baukulturelle Fragen zu sensibilisieren, vom grossen Engagement der Stadt für die Sicherung der baulichen Qualität.
Mit der Vergabe des Wakkerpreises 2014 an die Stadt Aarau würdigt der Schweizer Heimatschutz insbesondere die differenzierten Verdichtungsstrategien, die sorgfältig auf quartiertypische Gegebenheiten abgestimmt sind. So konnten historisch wertvolle Stadtteile und Grünräume, die einen wesentlichen Beitrag zur Qualität des öffentlichen Raumes leisten, erhalten oder aufgewertet werden.
Aktuell stehen grosse Bauvorhaben in den zentrumsnahmen Transformations-gebieten an – so beispielsweise die radikale Umgestaltung und Umnutzung des „Torfeld Süd“. Die Herausforderung, mit wenigen zu erhaltenden Gebäuden eine Beziehung zur Geschichte dieser Areale herzustellen, ist gross. Der Schweizer Heimatschutz ermutigt die Behörden, die Eigentümerschaften und die Stadtbevölkerung, die Aussenraumgestaltung sowie die konkrete Umsetzung der Gebäude mit höchster Sorgfalt zu begleiten.

Rückfragen:
- Sabrina Németh, Projektleiterin Wakkerpreis Schweizer Heimatschutz,
Tel. 044 254 57 05, sabrina.nemeth(at)heimatschutz.ch
- Adrian Schmid, Geschäftsleiter Schweizer Heimatschutz, Tel. 076 342 39 51
- Jolanda Urech, Stadtpräsidentin Aarau, Tel. 062 836 05 01
- Felix Fuchs, Stadtbaumeister Stadtbauamt Aarau, Tel. 062 836 05 20

> Weitere Informationen hier und unter www.aarau.ch/wakkerpreis

Weitere Fotos werden von Keystone unter www.keystone.ch bereitgestellt.

 

 

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