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Montag, 7. Juli 2003

Erfolgreicher Start für www.roteliste.ch

Das 200-jährige Kocher-Büetiger-Haus in Büren an der Aare (BE) ist neu in der Roten Liste des Schweizer Heimatschutzes vertreten. Für das spätbarocke Bauernhaus im Seeland wird eine private Trägerschaft gesucht, die das Objekt im Baurecht erwirbt. Weitere gefährdete Objekte sind im Internet unter www.roteliste.ch abrufbar.
Foto Schweizer Heimatschutz

Die Villa Schaeck in Genf stammt aus dem Jahre 1848. Dieses prächtige Gebäude, erbaut vom bekannten Architekten Charles Schaeck-Prévost, steht seit vielen Jahren leer. Neben diesem Wohnhaus im neugotischen Stil sind weitere gefährdete Objekte im Internet unter www.roteliste.ch abrufbar.
Foto C. Weber

Zum Schutze wertvoller Zeugen unserer Vergangenheit hat der Schweizer Heimatschutz vor 100 Tagen eine Liste mit gefährdeten Gebäuden veröffentlicht. Das vielbeachtete Internetverzeichnis ist ein Erfolg. Die Nachfrage ist gross und laufend werden neue Objekte gemeldet. Ein erstes Gebäude konnte gerettet werden. Die Rote Liste hat somit bereits einiges ausgelöst.

Gebäude gerettet
Seit der Veröffentlichung vor 100 Tagen stösst die Rote Liste des SHS auf grosses Interesse. Sie zeigt eindrücklich den beträchtlichen Handlungsbedarf, der hierzulande zum Schutze der Zeugen unserer Vergangenheit besteht. Das Verzeichnis dokumentiert durch kurze Beschreibungen die Geschichte vieler Gebäude und zeigt deren Wert. Im Sinne des SHS wird die Liste nicht als Vorwurf, sondern als Aufruf verstanden. Die Reaktionen sind entsprechend zahlreich und positiv: Dank einer Vielzahl neuer Meldungen von gefährdeten Gebäuden sind zurzeit rund sechzig Objekte beschrieben und abgebildet. Die Rote Liste wird laufend weiter ausgebaut und berichtet über Erfolge und Verluste. Sie bietet dadurch einen Einblick in das Schicksal und die Zukunft erhaltenswerter Bauten in der Schweiz.
Für einige in der Liste beschriebenen Objekte zeichnen sich erste Lösungen ab. So fanden sich zum Beispiel für ein Holzhaus in Morissen (GR) Käufer, die das Gebäude sanft renovieren werden. Es gibt aber auch Verluste zu melden: Die ehemalige Zigarettenfabrik Memphis in Dübendorf (ZH) wurde mittlerweile abgebrochen.

Lösungen finden und Abbruch verhindern
Oft fehlt den Besitzern das nötige Geld für den Unterhalt ihrer Gebäude oder die richtige Sensibilität im Umgang mit wertvoller Bausubstanz. Zahlreiche Objekte stehen über Jahre leer und sind einem schleichenden Zerfall ausgesetzt. Immer wieder fehlen Investoren oder Nutzungsideen. Erhaltenswerte Bauten werden abgerissen, ohne dass es die breite Öffentlichkeit wahrnimmt. Der Verlust von solchem Kulturgut geht oft auf die mangelnde Koordination von Angebot und Nachfrage zurück. Durch die Rote Liste mit gefährdeten Objekten in sämtlichen Regionen der Schweiz kann der SHS auf solche Fälle aufmerksam machen und Wissenswertes über die betreffenden Bauten verbreiten. Dies kann helfen, einen Abbruch zu verhindern. Weiter ist die Liste eine Dienstleistung für Investoren, die sich für den Erhalt von Baukultur engagieren. Informationen über leerstehende oder schlecht genutzte Gebäude, die bisher nur regional bekannt waren, sind neu gesamtschweizerisch abrufbar und somit einem viel grösseren Publikum zugänglich. Der SHS bietet als Vermittler eine Plattform an, um Angebot und Nachfrage gezielt zusammenzubringen und hilft, optimale Lösungen für gefährdete Objekte zu finden.

Helfen Sie mit!
Die Rote Liste ist seit März dieses Jahres im Internet unter www.roteliste.ch publiziert. Wer erhaltenswerte, gefährdete Gebäude kennt, wird aufgerufen, diese dem Schweizer Heimatschutz melden. Neuanmeldungen können per E-Mail (roteliste@heimatschutz.ch) oder ganz einfach mittels eines Formulars auf der Internetseite der Roten Liste eingereicht werden.

Rückfragen: Peter Egli, Schweizer Heimatschutz, 01 254 57 00

Den Pressetext (mit Fotos in Druckqualität) finden Sie im Pressroom.

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