Drucken

Details

Mittwoch, 13. November 2013

Abbruch eines 700-jährigen Holzhauses vom Schwyzer Regierungsrat bestätigt – konkretes Rettungsangebot nicht berücksichtigt

Das 700-jährige Gebäude (links im Bild) im Perimeter des Gestaltungsplans «Dorfbach Schwyz» (Foto: Schweizer Heimatschutz)

Der Regierungsrat des Kantons Schwyz hat entschieden: Ein 700-jähriges Holzhaus im Dorfbach-Quartier in Schwyz darf abgerissen werden. Obwohl ein konkretes Kaufangebot für dieses Kulturgut von nationaler Bedeutung vorliegt, werden weite Teile des Hauses zerstört. Für den Schweizer Heimatschutz ist dies unverständlich. Er fordert die Beteiligten auf, am Runden Tisch Lösungen zu erarbeiten.

Der Regierungsrat des Kantons Schwyz hat entschieden: Ein 700-jähriges Holzhaus im Dorfbach-Quartier in Schwyz darf abgerissen werden. Obwohl ein konkretes Kaufangebot für dieses Kulturgut von nationaler Bedeutung vorliegt, werden weite Teile des Hauses zerstört. Für den Schweizer Heimatschutz ist dies unverständlich. Er fordert die Beteiligten auf, am Runden Tisch Lösungen zu erarbeiten.

Der Schwyzer Regierungsrat hat heute entschieden, dass die Grundeigentümer das Recht haben, das Dorfbach-Quartier in Schwyz massiv umzugestalten. Darin eingeschlossen ist der Abriss des 700-jährigen Holzhauses am Gütschweg 11/13. Erhalten werden sollen einzig einige Teile des Hauses, die dereinst ausgestellt werden sollen.

Der Regierungsrat begründet diesen Entscheid mit dem Vertrauensschutz, den die Eigentümer geniessen sollen. Im Gegenzug sollen einige Teile des Hauses demontiert, eingelagert und später allenfalls öffentlich zugänglich gemacht werden. Diese leichtfertigte Zerstörung eines Gebäudes von nationaler Bedeutung ist für den Schweizer Heimatschutz unverständlich.

Dem Kanton Schwyz, der Eigentümerschaft sowie dem Schweizer Heimatschutz liegt ein konkretes Kaufangebot von Rechtsanwalt Jost Schumacher, Luzern, vor. Die bekannte Persönlichkeit, die bereits zahlreichen Baudenkmälern neues Leben geschenkt hat, bekräftigt, dass er das 700-jährige Holzhaus und allenfalls weitere Teile des altehrwürdigen Quartiers renovieren und langfristig erhalten würde.
Das vom Regierungsrat heute via Medienmitteilung skizzierte Vorgehen erwähnt dieses konkrete Rettungsangebot mit keinem Wort. Auch wenn sich der Regierungsrat auf den Vertrauensschutz beruft: Die Standortgemeinde Schwyz und der Kanton Schwyz haben es versäumt, die gemäss Bundesrecht notwendigen Abklärungen vor der Bewilligung einzuholen.

Mit dem heutigen Entscheid spielt der Regierungsrat den Ball der Eigentümerschaft zu, der Contractplan AG in Wollerau SZ. Wir fordern die Entscheidungsträger des Unternehmens auf, gemeinsam mit der Gemeinde Schwyz, der Denkmalpflege des Kantons Schwyz und Jost Schumacher an einem Runden Tisch teilzunehmen.

Der Schweizer Heimatschutz bietet sich als Moderator an. Im gemeinsamen Gespräch können Lösungen gefunden werden, wie der Erhalt des ganzen Hauses in Einklang mit den Anliegen der baulichen Entwicklung des Dorfbach-Quartiers in Schwyz gebracht werden kann.

Weitere Informationen:
Schweizer Heimatschutz
Adrian Schmid, Geschäftsleiter
Telefon: 076 342 39 51


Rettung eines Holzhauses: Der Kanton Uri und der Schweizer Heimatschutz zeigen, wie es geht.
In der Gemeinde Unterschächen im Schächental UR befindet sich ein altehrwürdiges, aber bedrohtes Holzhaus aus dem Jahre 1450. Die Denkmalpflege des Kantons Uri kontaktierte die Stiftung Ferien im Baudenkmal des Schweizer Heimatschutzes, um dieses wertvolle Kulturdenkmal langfristig vor dem Verfall zu retten.
Dank einer vorausschauenden Planung und der guten Zusammenarbeit zwischen der Stiftung Ferien im Baudenkmal des Schweizer Heimatschutzes und den kantonalen Behörden konnte mit dem denkmalgerechten Umbau im Sommer 2013 begonnen werden. Das Baudenkmal, eines der ältesten Holzhäuser im Kanton Uri, kann voraussichtlich ab Sommer 2014 für Ferien gemietet werden.

Weitere Informationen: www.magnificasa.ch

 

 

Medienmitteilungen erhalten

Sie sind Journalist/-in oder Redaktor/-in und möchten regelmässig unsere Medienmitteilungen erhalten.

 

> Mehr dazu