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Mittwoch, 4. September 2013

Energiewende: Ja, aber nicht auf Kosten des kulturellen Erbes

Alliance Patrimoine setzt sich ein für den Erhalt und die Pflege des kulturellen Erbes der Schweiz. Die Organisation vertritt diese Interessen gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit. Sie erarbeitet im Dialog mit anderen Interessengruppen zukunftsträchtige Lösungen.

Mit dem neuen Energiegesetz (EnG) gefährdet der Bundesrat unsere erhaltenswerten Baudenkmäler, Ortsbilder, archäologischen Fundstellen und Naturschutzgebiete. Der Schutz unserer Kulturgüter und Landschaften darf nicht zu Gunsten der Energieziele geschwächt werden – weder im Allgemeinen noch im Einzelfall. Beide Interessen sind gleichberechtigt und stehen grundsätzlich nicht im Widerspruch zueinander: Die Energiewende kann realisiert werden, ohne unser kulturelles Erbe zu gefährden.

Alliance Patrimoine begrüsst die Energiewende. Der Ausstieg aus der Atomenergie ist möglich, ohne dass wir den Natur- und Heimatschutz schwächen. Die Stromproduktion und der Schutz unserer Kulturgüter und Landschaften sind gleichberechtigte Anliegen, die aufeinander abgestimmt werden müssen. Beide Interessen sind im Einzelfall sachlich gegeneinander abzuwägen.
 
Das neue Energiegesetz ermöglicht den Bau von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien und Pumpspeicherkraftwerken bei geschützten Kultur- und Naturdenkmälern - selbst Anlagen, die nur geringfügige Mengen Strom produzieren. Für Cordula Kessler, Vorsitzende von Alliance Patrimoine, ist dies eine inakzeptable Schwächung des Schutzes unseres kulturellen Erbes: "Nur ein kleiner Teil der Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energie sind von ausreichender Grösse und Bedeutung, um Eingriffe in die wenigen geschützten Gebiete und Objekte von nationaler Bedeutung zu rechtfertigen. Es braucht klare Vorgaben und Regelungen, ab wann eine Anlage bedeutend genug ist, um eine Güterabwägung vorzunehmen. Es kann nicht sein, dass wegen einer Kleinstmenge Energie jahrhundertealte Objekte zerstört werden." Denkmäler sind Objekte mit individuellem Charakter und Wert, die unseren Schutz und individuelle Lösungen verdienen.
 
Die Schweiz verfügt über ein grosses Reservoir an Flächen für Anlagen der erneuerbaren Energie. Industriebauten mit ihren oft grossen Dachflächen beispielsweise bieten hervorragende Bedingungen für Photovoltaikanlagen, und auch auf neuen Gebäuden können diese oft problemlos realisiert werden. Von den insgesamt 1,8 Millionen Bauten in der Schweiz sind maximal 15 Prozent der Gebäude denkmalgeschützt oder von Interesse im Rahmen des Ortsbildschutzes. Es ist nicht nötig, die relativ kleine Anzahl bedeutender Objekte zu gefährden.
 
Alliance Patrimoine setzt sich dafür ein, dass der Natur- und Heimatschutz, wie in der Verfassung vorgesehen, gewahrt wird. Sie will dazu beitragen, Lösungen zu erarbeiten, um die Interessen der Energieversorgung und den Schutz unserer erhaltenswerten Kulturgüter und Landschaften aufeinander abzustimmen.
 
Weitere Informationen finden sich im Faktenblatt (pdf).
 
> Mehr zu Alliance Patrimoine
 
Für Fragen steht zur Verfügung:
Adrian Schmid, Geschäftsleiter Schweizer Heimatschutz
M 076 342 39 51, adrian.schmid(at)heimatschutz.ch

 

 

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