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Montag, 27. Mai 2013

Zeitschrift Heimatschutz/Patrimoine: Im grossen Massstab

Die Cité du Lignon GE (1963-1971) ist eine der bekanntesten Grosssiedlungen in der Schweiz. (Foto: Claudio Merlini, Genf)

Für zahlreiche grosse Wohnsiedlungen der Nachkriegszeit stehen Sanierungs- und Umbauprojekte an. Immer wieder stellt sich dabei die Frage, welche Grosssiedlungen wie umgebaut werden sollen und welche davon zu den hochkarätigen Baudenkmälern zählen. Der Schweizer Heimatschutz gibt in der neusten Ausgabe seiner zweisprachigen Zeitschrift Heimatschutz/Patrimoine einen Einblick in den laufenden Diskurs.

Zuerst geliebt und dann gehasst: die grossen Wohnsiedlungen, die in der Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs der Nachkriegszeit wie Pilze aus dem Boden schossen, waren einst eine willkommene Linderung der Wohnungsnot. Sie entsprachen den veränderten Wohnansprüchen und boten modernen Komfort.

Der blühende Massenwohnungsbau stand jedoch bald schon in der Kritik. Er sei trostlos, kinderfeindlich, unwohnlich. Tatsächlich widerspiegelten die Grossiedlungen der 1960er-und 1970er-Jahre die ganze Qualitätspalette der Schweizer Baukunst, von städtebaulich durchdachten, mit hoher Präzision ausgeführten Vorzeigebauten bis zur zu Recht bemängelten, ungenügenden 08/15-Massenware. Aufgrund der massiven Kritik und unterstützt von der 1973 ausgebrochenen Erdölkrise kam der Massenwohnungsbau in der Schweiz Mitte der 1970er-Jahre weitgehend zum Erliegen.

Bei den zahlreichen anstehenden Sanierungs- und Umbauprojekten muss von Fall zu Fall geprüft werden, wie wertvoll die bestehenden Gebäude sind, wie stark sie verändert werden dürfen. Denn: Zu den Baudenkmälern gehören nicht nur die unumstritten «guten» Bauten, sondern auch die zeittypischen, die einst unbeliebten und unverstandenen.

Weitere Themen: Schulthess Gartenpreis 2013 an den Erlenmattpark Basel, Kontroverse um ein Kraftwerk am Rheinfall, ein zweimal umgebautes Weinbauernhaus am Zürichsee. Zudem vielfältige Hinweise auf aktuelle Projekte und Aktionen des Schweizer Heimatschutzes und der kantonalen Sektionen.

Für weitere Auskünfte und Fragen:
Peter Egli, Redaktor, Schweizer Heimatschutz, Tel. 044 254 57 00
 

> Die Zeitschrift Heimatschutz/Patrimoine kann hier kostenlos bestellt werden.

> Hier können Sie zudem Seite für Seite durch die aktuelle Ausgabe blättern.

 

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