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Dienstag, 18. Januar 2011

Wakkerpreis 2011 an die Gemeinden des Ouest lausannois

Malley (Lausanne, Prilly, Renens). In dieser Industriebrache liegt eines der grössten Entwicklungspotenziale der städtischen Gebiete der Schweiz. Ziel: Entwicklung eines hochwertigen Stadtzentrums, das durch eine RER-Haltestelle erschlossen wird. Foto: G. Bally/Keystone

Collège du Léman, Renens, Javet et Esposito, 2009. Foto: G. Bally/Keystone

Place du Marché (Renens). Von der Vorstadt zur Stadt: So lautet die Herausforderung, die Renens bewältigen muss. Foto: Matthieu Gafsou/ Localarchitecture

Bahnhof Renens (Renens, Chavannes, Crissier, Ecublens). Dieser Sektor am Schnittpunkt von vier Gemeinden stellt den Hauptknotenpunkt des öffentlichen Verkehrsnetzes dar und soll zum drittgrössten Bahnhof der Westschweiz werden. Foto: G. Bally/Keystone

Arc-en Ciel (Bussigny, Crissier). Dieser Sektor wird sich in ein dichtes und gemischtes Stadtquartier mit öffentlichen Räumen entwickeln, welche die sanfte Mobilität begünstigen; Schaffung einer urbanen Avenue-artigen Achse sowie Bau einer Tramlinie. Foto: G. Bally/Keystone

Renens, Salle de spectacles, 1955, Paul Mayor und Arnold Pahud. Renovation 1998. Foto: G. Bally/Keystone

Der Schweizer Heimatschutz vergibt zum vierzigsten Mal den Wakkerpreis, diesmal an die neun Gemeinden von Lausanne West. Bussigny, Chavannes, Crissier, Ecublens, Prilly, Renens, St-Sulpice, Villars-Ste-Croix und Lausanne erhalten diese Auszeichnung für ihr koordiniertes Vorgehen bei der Gebietsentwicklung, beim Aufwerten der bestehenden Wohnsituationen und beim der Schaffung einer gemeinsamen Identität. Die offizielle Preisübergabe findet am 18. Juni 2011 im Rahmen einer öffentlichen Feier statt.

Ausnahmsweise – weil der Anlass zum vierzigsten Mal stattfindet – geht der Wakkerpreis gleichzeitig an neun Gemeinden. Nicht einen Zustand oder eine Postkartenidylle will der Schweizer Heimatschutz mit dem Preis 2011 belohnen, sondern eine Vision: die städtebauliche Neuorganisation eines Teilgebiets des Kantons Waadt. Diese Vision löste eine Dynamik des Wandels aus, die darauf abzielt, die Wohnqualität der Bewohner zu verbessern. Der Schweizer Heimatschutz begrüsst den gemeinsamen Willen, den «Quartiergeist» zu stärken in einem Umfeld, das nicht von vornherein identitätsstiftend wirkt.

Der einst landwirtschaftlich geprägte Westen von Lausanne hat sich chaotisch entwickelt. Das Resultat ist eine wenig attraktive Agglomeration, beherrscht von Verkehrsachsen, Eisenbahnknoten, Parkplätzen, Einkaufszentren, Lagergebäuden und Brachen. Diese schnelle und verzettelte Verstädterung hat zu Umweltverschmutzungs- und Verkehrsproblemen geführt mit direkten Auswirkungen auf die Lebensqualität, was die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Region gefährdete.

Im Jahr 2000 haben sich der Kanton Waadt und die neun Gemeinden auf ein Baumoratorium geeinigt, um über die Zukunft der Region nachzudenken, die heute 75'000 Bewohner zählt und rund 50'000 Arbeitsplätze bietet. Die neun Gemeinden sind über ein politisches Abkommen miteinander verbunden. Als Werkzeug haben sie sich den Richtplan für Lausanne West, SDOL (Schéma directeur de l’Ouest lausannois), gegeben. Seit 2003 ist das zuständige Büro mit sechs Personen damit beauftragt, die Zukunft eines der wichtigsten Wachstumspole der Westschweiz neu zu überdenken und zu gestalten. L’Ouest lausannois wird zur Stadt und bereitet sich auf die Ankunft von 20'000 bis 30'000 neuen Bewohner vor, ohne dabei seine Identität zu verlieren.

Die ursprüngliche Vision nimmt in konkreten, untereinander koordinierten Projekten Form an. Bahnhöfe, Anlagen für ein Tram, Pärke, restrukturierte und neu belebte Quartiere, all diese Vorhaben werden nach den Prinzipien der nachhaltigen und aufeinander abgestimmten Entwicklung vorangetrieben. Eine entscheidende Phase stellten die letzten beiden Jahren dar, als die ersten Baustellen der im Rahmen des SDOL geplanten Bauten begonnen wurden.

Mit partizipativen Verfahren und Teststudien haben die Gemeindebehörden und das Büro des SDOL die Bewohner in den Wandlungsprozess einbezogen. Das systematische Ausschreiben von Architekturwettbewerben für Projekte ab einer gewissen Grösse führte zu qualitätsvolle Lösungen. Die besten Beispiele dafür sind die neue Place du Marché, die in Renens wieder ein eigentliches Zentrum schafft, die ehemalige Industriebrache Malley oder der Bahnhof Renens.

Wie l‘Ouest lausannois haben sich auch andere Agglomerationen in der Schweiz im toten Winkel der Gesellschaft entwickelt. Heute stellen diese Gebiete eine grosse Herausforderung für Politik und Gesellschaft dar: ungezügelter Verbrauch von Bauland, überlastete Verkehrsachsen oder gesichtslose urbane Räume.

Mit der Verleihung des Wakkerpreises 2011 an die Gemeinden von Lausanne West ermuntert der Schweizer Heimatschutz die Behörden, ihre vor zehn Jahren in Angriff genommenen Bemühungen fortzusetzen. Nach Saint-Prex (1973), Montreux (1990) und Yverdon-les-Bains (2009) ist es das vierte Mal, dass der Wakkerpreis an eine Gemeinde oder Region des Kantons Waadt geht.

Mehr dazu hier und unter www.ouest-lausannois.ch

Farbfotos in Druckqualität sind in Zusammenarbeit mit Keystone unter www.keystone.ch bereitgestellt. Weitere Infos und Fotos unter www.ouest-lausannois.ch.

Rückfragen:
Monique Keller, Schweizer Heimatschutz, Tel. 044 254 57 00
Ariane Widmer, Projektleiterin SDOL, Tel. 021 621 08 10

 

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