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Freitag, 28. Mai 2010

Schulthess-Gartenpreis 2010: Blumenberge und urbane Gartenlandschaften

Die mit dem Schulthess-Gartenpreis 2010 prämierte Neugestaltung beim SIA-Hochhaus in Zürich macht aus einer Restfläche einen kleinen urbanen Platz. (Foto: Christian Vogt)

In den Blumenbergen der Helvetia in St. Gallen blühen das ganze Jahr über üppige Staudenpflanzen und erfreuen Mitarbeiterinnen, Passanten und Anwohnerinnen gleichermassen. (Foto: Schweizer Heimatschutz)

Heute Nachmittag wird der Schweizer Heimatschutz den Schulthess-Gartenpreis im Rahmen einer festlichen Veranstaltung auf dem Gelände der Helvetia Versicherungen in St. Gallen verleihen. Der Preis würdigt das Büro Vogt Landschaftsarchitekten für zwei seiner Anlagen, die Blumenberge in St. Gallen und den kleinen Platz beim SIA-Hochhaus in Zürich.


Mit dem Schulthess-Gartenpreis setzt der Schweizer Heimatschutz einen Schwerpunkt bei der zeitgenössischen Landschaftsarchitektur. Auch in den nächsten Jahren werden verschiedene Aspekte aktuellen gartenkulturellen Schaffens im Mittelpunkt der Auszeichnung stehen. Ziel ist zu zeigen, "welche Bedeutung die Landschaftsarchitektur für die Gestaltung unserer gebauten Umwelt hat", begründet Philippe Biéler, Präsident des Schweizer Heimatschutzes, die Wahl des Themas.  

Radikalität, Präzision, Räumlichkeit
Den Anfang macht das international bekannte Zürcher Büro "Vogt Landschafts­architekten" mit zwei seiner neueren Anlagen: die sogenannten "Blumenberge" auf dem Gelände der Helvetia Versicherungen in St. Gallen und der kleine "Rund ums Haus" genannte Platz beim SIA-Hochhaus in Zürich. Die beiden Projekte zeigen die Vielfalt des Büros und dessen charakteristische Arbeitsweise. Diese zeichnet sich durch eine gründliche Recherche des Standorts aus. Präzis geplante und ausgeführte Eingriffe, die auf einem ausgeprägten räumlichen Denken basieren, schaffen neue Qualitäten für einen Ort. Weiter spielen bei allen Arbeiten des Zürcher Büros Pflanzen in all ihren Formen eine wichtige Rolle. Vogt setzt damit einen Kontrapunkt zu vielen anderen zeitgenössischen Landschafts­architekturbüros, deren Entwürfe oft kahl und entleert wirken.  

Asphalt-Oase und Blumenberge
Der Platz beim SIA-Hochhaus ist ein Beispiel, wie aus einer versteckten und schlecht zugänglichen Restfläche eine "urbane Gartenlandschaft" wird. Mit den Gestaltungsmitteln der Stadt – Asphalt – wurde eine kleine Oase geschaffen; der Schritt der Fussgängerin und des Fussgängers verlangsamt sich für einen Moment. Die speziellen, an Flusskiesel erinnernden Pflanzkübel mit Ahornsorten verleihen dem Platz gerade im Herbst eine poetische Seite. "Bei den Blumenbergen der Helvetia Versicherungen ist der Mut der privaten Firma und des Landschaftsarchitekturbüros besonders erwähnenswert. Statt des üblichen Abstandgrüns leisten Sie sich einen üppigen Garten. Das Experiment ist erfolgreich. Die Pflegekosten für die Fläche sind heute nach sechs Jahren nicht wesentlich höher als bei einem sorgfältig gepflegten, grünen Rasen." erläutert Biéler die Besonderheiten der zweiten Anlage in St. Gallen. Am Rande der Stadt in einem Wohnquartier gelegen, ist die neue Aussenanlage der Helvetia Versicherungen eine wunderschöne Fortführung der umliegenden Gärten.  

Der Schulthess-Gartenpreis
Der mit 30'000 Franken dotierte Schulthess-Gartenpreis kann seit 1998 dank dem grosszügigen Stifterehepaar Marianne und Georg von Schulthess vergeben werden. Sein Ziel ist es, die Gartenkultur in der Schweiz zu fördern und Verständnis dafür zu schaffen. Die Preisträger müssen herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Gartenkultur nachweisen können. Die Bestimmung der Preisträger erfolgt durch eine Fachkommission. Eine preiswürdige Leistung muss botanisch und architektonisch innovativ, ökologisch fortschrittlich und für längere Zeit angelegt sein. Ausgezeichnet werden die Realisierung qualitätsvoller, zeitgenössischer Grünanlagen, beispielhafter Umgang mit historischer Substanz oder Grundlagenarbeit.  

Die Preisverleihung findet um 14.00 Uhr in der Gartenanlage der Helvetia Versicherungen in St. Gallen statt.

Rückfragen:
Schweizer Heimatschutz, Monika Suter, Tel. 044 254 57 00

 

Begleitpublikation
Die soeben erschienene Begleitpublikation zum Schulthess-Gartenpreis 2010 stellt die beiden ausgezeichneten Anlagen ausführlich vor und erläutert die Bedeutung der Arbeiten des Zürcher Büros. In einem ausführlichen Interview kommt Günther Vogt selbst zu Wort. > Mehr dazu

Die Publikation kann hier zum Preis von CHF 5.- bestellt werden.

 

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