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Mittwoch, 27. Mai 2015

Planungssünden korrigieren: das Bundesinventar ISOS hilft, Bauzonen am rechten Ort zu reduzieren

Merishausen SH: Die fortschreitende Bebauung des Kirchhangs mit EFH trägt nicht zur Verdichtung bei. Eine Rückzonung schafft klare Siedlungsgrenzen. (Foto: Schweizer Heimatschutz)

Merishausen SH: Die fortschreitende Bebauung des Kirchhangs mit EFH trägt nicht zur Verdichtung bei. Eine Rückzonung schafft klare Siedlungsgrenzen. (Foto: Schweizer Heimatschutz)

Ernen VS: Der Zweitwohnungsbau hat das Dorfbild stark verändert. Eine Erweiterung einer bestehenden Schutzzone rettet ein letztes Reststück Identität. (Foto: Schweizer Heimatschutz)

Niederwald VS: Die Bauzone ist nach der Annahme der Zweitwohnungsinitiative massiv zu gross. Eine kluge Rückzonung schont Landschaft und Ortsbild. (Foto: Schweizer Heimatschutz)

Der Bund zwingt mehrere Kantone zur Reduktion ihrer übermässigen Bauzonen. Dies ist eine historische Chance, um Planungssünden der Vergangenheit zu korrigieren. Entsprechend muss das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder (ISOS) zwingend berücksichtigt werden.

Die von den Schweizer Stimmberechtigten 2013 beschlossene Revision des nationalen Raumplanungsgesetzes zwingt verschiedene Kantone dazu, ihre Bauzonen – teils massiv – zu reduzieren. Der Auftrag muss lauten: die offensichtlichen Planungssünden rückgängig zu machen und die Qualität des Siedlungsbildes zu verbessern. Doch leider drohen Billig-Lösungen statt langfristigen Massnahmen zur Steigerung der Siedlungs- und Lebensqualität.

Das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder (ISOS) bezeichnet die wertvollen Teile der Schweizer Ortsbilder. Dieses vom Bundesrat in Auftrag gegebene Werk würde wertvolle Hilfe bei der Beurteilung geben. Nur: das Inventar wird bis heute viel zu wenig berücksichtigt. Dies ist nicht nur fahrlässig, sondern verstösst letztlich auch gegen den vom Bundesgericht festgehaltenen Grundsatz, dass ISOS bei solchen Planungswerken zwingend beigezogen werden muss.

Der Schweizer Heimatschutz fordert daher, dass der Bund und die Kantone ihre Verantwortung ernst nehmen, und dort die Bauzonen reduzieren, wo eine echte Aufwertung noch möglich ist. Zu viele Ortsbilder wurden durch unsorgfältige Planungen verschandelt. Es ist an der Zeit, die wenigen noch vorhandenen Möglichkeiten einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung ernsthaft anzugehen.

 

Das PDF-Dokument "ISOS und Zonenplan" zeigt mit drei deutlichen Beispielen, welche Chancen eine umsichtige Auszonung unter Berücksichtigung des Bundesinventars ISOS bietet.
Merishausen SH: Die fortschreitende Bebauung des Kirchhangs mit EFH trägt nicht zur Verdichtung bei. Eine Rückzonung schafft klare Siedlungsgrenzen.
Niederwald VS: Die Bauzone ist nach der Annahme der Zweitwohnungsinitiative massiv zu gross. Eine kluge Rückzonung schont Landschaft und Ortsbild.
Ernen VS: Der Zweitwohnungsbau hat das Dorfbild stark verändert. Eine Erweiterung einer bestehenden Schutzzone rettet ein letztes Reststück Identität.


Für weitere Auskünfte und Fragen:
Adrian Schmid, Geschäftsleiter, 044 254 57 00, adrian.schmid(at)heimatschutz.ch

 

 

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