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Montag, 19. November 2012

Inventare: Gestern, heute, morgen?

Inventare: Gestern, heute, morgen? Die Tagung des Schweizer Heimatschutzes fand am 15. November 2012 im Volkshaus Biel statt (Foto Schweizer Heimatschutz)

Der massive politische Druck gegenüber Inventaren löst Besorgnis und Unbehagen aus. Unter diesen Vorzeichen fanden sich nicht weniger als 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – von Architektinnen über Denkmalpfleger bis hin zu Gemeinderätinnen und Stadtplanern – am 15. November in Biel zusammen, um sich über den Zustand und die künftigen Möglichkeiten und Spielräume der Inventare zu informieren.

Der Vormittag war den gesellschaftlichen, politischen, rechtlichen und kunsthistorischen Voraussetzungen gewidmet, welche die Grundlage der heutigen Inventare bilden. Philip Ursprung, Professor für Architekturgeschichte an der ETH Zürich, stellte gleich zu Beginn die Frage: „Wessen Heimat schützen wir?“. Katrin Eberhard von der Denkmalpflege der Stadt St. Gallen zeigte anhand der Bauten von Heinrich Graf aus den 1960er und 1970er Jahren, wie politische Entscheide und komplexe rechtliche Voraussetzungen die Inventarisierung der Nachkriegsarchitektur beeinflussen. Isabel Haupt, stellvertretende Denkmalpflegerin des Kantons Aargau, schuf mit einem Rückblick auf den Wandel des Denkmalbegriffs die Basis, um über die zukünftige Bewertung des Baubestandes zu diskutieren. Vor der Mittagspause fasste der Berner Rechtsanwalt Ruedi Muggli die unterschiedlichen kantonalen Rechtswirkungen von Schutzinventaren zusammen und zeigte eindringlich, welche politischen Herausforderungen vor der Tür stehen.

Aus dem Blickwinkel der praktisch tätigen Raumplanerin eröffnete Ariane Widmer, die Leiterin des Richtplan-Büros Lausanne West, den Nachmittag. An der Peripherie, so Widmer, seien andere Massstäbe und Herangehensweisen gefragt als in den Zentren. Ebenso wie Ariane Widmer ging der Architekturhistoriker Christoph Schläppi dem Wert des Immateriellen im dokumentierten Baubestand nach und plädierte für eine Revision des Inventargedankens. Franz Graf, Professor an der EPFL, zeigte anhand von zwei Beispielen aus Genf, wie mit intelligenten Strategien und dem Mut zum Dialog Baukultur als Wert erhalten werden kann. Der Redaktor Henri Leuzinger fasste schliesslich das Feld des Dialoges weiter und forderte auf, baukulturelle Werte zu kommunizieren und im gegenseitigen Austausch ein gutes Gesprächsklima für den Ortsbildschutz herzustellen.
 

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Für weitere Auskünfte und Fragen:
Schweizer Heimatschutz, Patrick Schoeck, 044 254 57 00

 

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