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Touristische Grossprojekte

Positionspapier

Seit einigen Jahren werden zunehmend neue Grossprojekte für die Beherbergung und Unterhaltung von Touristen lanciert. Aus der Sicht des Schweizer Heimatschutzes (SHS) ist der Standortwahl und der Gestaltung touristischer Grossprojekte wesentlich mehr Beachtung zu schenken als dies bis heute der Fall war. Der SHS hat ein Positionspapier erarbeitet, welches seine Haltung und seine Erwartungen an solche Projekte aufzeigt.

Pläne für Touristische Grossprojekte haben gegenwärtig Hochkonjunktur. In Champéry zum Beispiel plant der Immobilienkonzern „Maisons de Biarritz“ einen Ferienwohnungskomplex mit mehr als 900 Betten. Nicht nur in Randregionen wecken solche Projekte hochfliegende wirtschaftliche Hoffnungen. Oft werden sie als einzige Überlebenschance dargestellt. Entsprechend schwierig ist es für Behörden und Bevölkerung, die Projekte kritisch zu hinterfragen. Die Gefahr besteht, dass kurzfristige wirtschaftliche Interessen die Sicht auf eine nachhaltige Entwicklung und kulturelle Werte versperren.

Aus der Sicht des SHS ist bei der Planung von touristischen Grossprojekten den Themen Nachhaltigkeit, Standortwahl und Gestaltung wesentlich mehr Beachtung zu schenken, als dies bis heute der Fall war. Aus diesem Grund hat der SHS in seinem neusten Positionspapier mehrere Forderungen formuliert. So ist die Anbindung eines Resorts an bestehende touristische Infrastrukturen und an das bestehende Siedlungsgebiet eine zentrale Anforderung an den Standort. Die Bauten sollen auch in kultureller Hinsicht hohen Anforderungen genügen. Der SHS fordert eine architektonisch überzeugende Weiterentwicklung der Baukultur und lehnt die Schaffung von Traumwelten ab. Dass solche Grossprojekte beispielhaft in Bezug auf den Ressourcenverbrauch sein müssen, erachtet der SHS als selbstverständlich.

Das Positionspapier soll Investoren, Bevölkerung, Behörden und Verbände die Haltung und Erwartungen des Schweizer Heimatschutzes aufzeigen. Ziel ist, dass diese Anliegen in frühen Planungsphasen berücksichtigt werden können und die Projekte damit an Qualität gewinnen.

Lex Koller

Der SHS lehnt eine Aufhebung der Lex Koller ab, solange das Raumplanungsrecht keine griffigen Massnahmen gegen den überbordenden Bau von Zweitwohnungen vorsieht. Gegen die Ausnahmebewilligung, die der Bundesrat für den Resort Andermatt erteilte, hat der SHS protestiert. Gemäss Antwort der Vorsteherin des EJPD soll es bei dieser Ausnahme bleiben. „Es ist nicht anzunehmen, dass ein ausländisches Unternehmen ein gleichartiges Projekt und zudem in einer Region, in der die gleichen Voraussetzungen wie in Andermatt vorliegen, erstellen will“, teilte Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf dem SHS am 18. April 2008 mit.

Touristische Grossprojekte

Das Positionspapier zu touristischen Grossprojekten als pdf-Dokument.

 

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Fachtagung vom Januar 2009

Mehr Baukultur, bitte! Touristische Grossprojekte unter der Lupe.

 

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